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Mit drei Söhnen von Ex-Profis: Dingden beweist Nervenstärke und Zusammenhalt

kicker

BW Dingden hat in der Oberliga für ein erstes Ausrufezeichen gesorgt: Beim 4:3 in Kleve gab es sogar ein bisschen Drama. Dreimal gingen die Blau-Weißen in Führung, dreimal glich der 1. FC Kleve aus. Dingden antwortete, erzielte in der 80. Minute das Siegtor. Trainer Sebastian Amendt bezeichnete die Leistung später als "schlechteste Saisonleistung", doch die Punkte bleiben: Acht nach sechs Spieltagen.

Für Fußball-Abteilungsleiter Rainer Ahlers gibt zu, dass solche Spiele nicht gut für die Nerven sind: "Es war toll, aber nicht so, wie wir uns das wünschen. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel." Dennoch: Zwei Siege und zwei Unentschieden machen den Oberliga-Einstieg für den Neuling mehr als ordentlich. In Kleve gelang nun endlich auch mal ein Auswärtssieg, nachdem das Team zu Hause bereits den Favoriten SpVg Schonnebeck (0:0) und den SC St. Tönis (3:1-Sieg Dingden) geärgert hatte.

Höhepunkt der Vereinsgeschichte

Eigentlich ist Dingden eher als Volleyball-Hochburg bekannt - die Frauen spielen in der 3. Liga, früher sogar in der 2. Bundesliga. Die Fußballer hingegen starteten 2014 in der Kreisliga A und arbeiteten sich in neun Jahren über Bezirks- und Landesliga nach oben. Der Aufstieg im Mai 2025 war für die Hamminkelner der vorläufige Höhepunkt der Vereinsgeschichte.

Spieler wie Kevin Juch (kam vor zehn Jahren vom 1. FC Bocholt), Jonas Beckmann, Robin Volmering und Torwart Johannes Buers prägen die Erfolgsgeschichte seit den Anfängen. Johannes ist übrigens der Neffe des Vereinsvorsitzenden Joachim Buers und ist Torhüter und Antreiber zugleich. Sein Onkel schätzt an ihm vor allem die fußballerischen Qualitäten und seine Übersicht: "Er strahlt eine unheimliche Ruhe aus. Die Abwehrspieler können ihn bedenkenlos anspielen - ein Torwart, der das Spiel von hinten mitgestaltet."

Auch Offensivmann Mohamed Salman spielt bereits seit 2017/18 im Verein. "Wir wollten unseren Spielern keine fertigen Oberliga-Kicker vorsetzen. Sie haben sich ihren Stellenwert erarbeitet - und das macht uns stark", sagt Ahlers. Gleichzeitig musste der Klub Verluste verkraften: André Bugla und Christian Görkes beendeten ihre Karriere. "Beide haben die Entscheidung für die Familie getroffen. Sportlich und menschlich sind sie schwer zu ersetzen. Aber so bekamen jüngere Spieler die Chance, Verantwortung zu übernehmen."

Drei Söhne von Ex-Profis

Besonders interessant: Drei Spieler sind Söhne ehemaliger Profis - Moritz Osthoff, Luka Grlic und Fabrice Kempe. In Kleve avancierte Osthoff spät eingewechselt zum Matchwinner, mit zwei Toren in nur vier Minuten. "Moritz bringt Spielfreude ein - auf und neben dem Platz. Er wird seinen Weg gehen, im Fußball oder generell im Sport", so Ahlers.

Trainer Sebastian Amendt, 41 Jahre alt und selbst in Dingden aufgewachsen, bringt Erfahrung von seinen Stationen beim FC Kray, dem TuS Haltern und der SG Wattenscheid mit. "Sebastian hat Dingdener DNA. Für ihn ist das eine Herzensangelegenheit. Er erwartet keine Wunderdinge und arbeitet eng mit allen zusammen", sagt Ahlers. Unterstützt von einem breiten Trainerteam - vom Torwarttrainer bis zum Scout - hat er die Mannschaft schnell eingespielt. Amendt übernahm das Team in der Oberliga, nachdem Jürgen Stratmann, der den Aufstieg mit Blau-Weiß Dingden in die Oberliga geschafft hatte, zum Sommer 2025 seinen Abschied angekündigt hatte.

Von großen Träumen hält man sich in Dingden zurück. Ahlers stellt klar: "Wir haben hier in der Region nicht die Dichte an Spielern wie in Bottrop oder Oberhausen. Aber wenn wir die Oberliga halten können, dann möchten wir die Gelegenheit nutzen, uns dort zu etablieren."