Preußen Münster hat es schon wieder getan. Nach dem späten 2:1-Siegtreffer durch ein Eigentor auf der Bielefelder Alm wurde es am Freitagabend im Preußenstadion noch dramatischer. Durch Treffer in der ersten und der sechsten Minute der Nachspielzeit gegen Hannover 96 behielt der Adlerclub einen Zähler in der Heimat.
"Das war für die Moral sehr wichtig. Es kommen krasse Glücksgefühle hoch, wenn man zwei so späte Tore macht", beschrieb Marcel Benger sein Innenleben am Mikrofon von Sky Sport und gab anschließend Einblicke in den Matchplan von Trainer Alexander Ende, der erst spät aufging: "Wir haben insgesamt das Spiel offengehalten. Das war unser Plan mit viel Eins-gegen-eins Hannover nicht so in ihre Qualitäten zu lassen."
Münster ließ wenig zu
Oliver Batista Meier, der Torschütze zum zwischenzeitlichen Anschlusstreffer vom Punkt, bestätigte das: "Wir wussten, dass Hannover seine Stärken mit dem Ball hat, die haben wir ihnen ein bisschen genommen." Und das gelang in der Tat mit teils mutig geführten Eins-gegen-eins-Duellen über den ganzen Platz.
So hielt Preußen die beste Offensive der Liga (29 Tore) bei mageren vier Torabschlüssen und einem xG-Wert (Expected Goals) von 1,29. Das freute auch Alexander Ende: "Die offensivstärkste Mannschaft der Liga, die sich auch die meisten Torchancen rausspielt, hat heute gefühlt dreimal aufs Tor geschossen. Wir haben echt gut verteidigt und wenig zugelassen."
Zweimal liegt ein Platzverweis in der Luft
Trotzdem geriet Münster durch ein Missverständnis vor der Pause in Rückstand. "Das 0:1 war sehr peinlich", fand Kapitän Jorrit Hendrix, der nach dem Seitenwechsel Glück hatte, nicht mit einer Ampelkarte vorzeitig duschen gehen zu müssen nach einem Tritt auf den Fuß gegen Hannovers Noel Aseko Nkili, klare Worte.
"Paul (Paul Jaeckel) denkt, dass Mikkel (Mikkel Kirkeskov) den Ball klärt. Ich war froh, dass er ihn (Torschütze Benjamin Källman, Anm. d. Red.) nicht hält, dass es keine Rote Karte gibt, weil wir das so oft besprochen haben. Wir müssen das Ding mit elf Leuten fertig spielen und wir dürfen da keinen festhalten und über 60 Minuten in Unterzahl spielen", beschrieb Ende die Situation.
Ende: "Du musst es erzwingen"
In der 73. Minute folgte dann das 0:2, das Ende "echt sauer machte". Doch aus Preußen-Sicht sollte es dann noch ein positives Ende geben, was auch der Coach betonte: "Es war gut, dass wir nach vorne gespielt haben, dass wir offensive Räume getroffen haben, dass wir Bälle in die Box reingeschmissen haben."
Ausschlaggebend für den späten Ausgleich war der Glaube und etwas Mathematik, so Ende: "Du musst weiter dran glauben, du musst anschieben, du musst es erzwingen, weil sich die Wahrscheinlichkeiten so erhöhen. Ich finde, dass wir uns über 90 Minuten dieses Unentschieden verdient haben, auch wenn es hinten raus vom Zeitpunkt sehr glücklich ist."
Mit fünf Punkten aus den zurückliegenden drei Partien ist Münster nun Neunter. Am Sonntag in einer Woche (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) wartet dann Darmstadt und vielleicht auch das nächste späte Tor.