"Es macht Spaß in der Oberliga, da geht der Fußball richtig los. Das ist schon noch mal etwas anderes als Verbandsliga", gibt Teammanager Sükrü Özcan das Meinungsbild im gesamten Verein wieder und hält deshalb fest, dass die Verantwortlichen des Türkischen SV Singen alles unternehmen werden, um den Klassenerhalt zu sichern, "das ist das Ziel".
Dieser Klassenerhalt wäre der vorläufige Höhepunkt einer tollen Entwicklung, die der Klub vom Bodensee in den vergangenen Jahren durchlief. In der Saison 2017/18 war der TSV noch in der Kreisliga A Südbaden Bodensee zugange, es folgte der Sprung in die Bezirksliga und 2022 der Aufstieg in die Landesliga, die man 2024 in Richtung Verbandsliga Südbaden verließ, um gleich darauf den direkten Durchmarsch perfekt zu machen. Dass der Verein sportliche Ambitionen hegte und nach oben strebte, als Özcan 2016 als Funktionär begann, verhehlt der ehemalige Oberliga-Fußballer nicht: "Bei der Planung und Umsetzung stand der Vorstand immer hinter uns. Wir hatten das Glück, dass uns die jeweiligen Trainer und Spieler immer ein Stück weiterbrachten."
Großen Rückstand aufgeholt
Der Sprung in das baden-württembergische Oberhaus war also ein weit entfernter Traum, doch dieser sollte sich schnell erfüllen. "Der Aufstieg war nicht geplant", gibt Özcan offen zu und blickt auf das vergangene Spieljahr zurück: "Wir hatten zwischenzeitlich zehn Punkte Rückstand, haben diesen aber mit einem starken Finish aufgeholt und sind schließlich über die Relegation aufgestiegen." Danach verabschiedete sich Erfolgscoach und Ex-Profi Ali Günes, die Sommerpause war durch die Aufstiegsspiele extrem kurz und die Personalplanungen mussten für die Oberliga nochmals angepasst werden. Kurzum: die Voraussetzungen zu Saisonbeginn waren alles andere als optimal und dies schlug sich in den Ergebnissen nieder. Nach acht Partien standen nur mickrige vier Pünktchen auf der Habenseite und Singen musste einige herbe Niederlagen einstecken (0:5 in Pforzheim und gar 0:8 gegen Nöttingen).
Zwei schnelle Trainerwechsel waren die Folge, bevor Aufstiegstrainer Günes zurückkehrte und mit ihm das nötige Glück: Nach zuletzt zwei Siegen hat der TSV den Anschluss ans rettende Ufer hergestellt. "Wir sind Ali sehr dankbar, dass er es macht und dem Klub zuliebe eingesprungen ist", so ein hoffnungsfroher Özcan: "Wir haben gute Einzelspieler und können in der Oberliga mithalten. Die alten und neuen Spieler müssen noch mehr zusammenwachsen. Ali wird das Team motivieren, ich bin zuversichtlich." Um die Chancen auf ein weiteres Oberliga-Jahr zu erhöhen, stellt der Teammanager auch die eine oder andere Verstärkung für die Winterpause in Aussicht.
Am Wochenende steht für den Türkischen SV Singen ein Highlight an, wenn Ex-Zweitligist VfR Aalen zu Gast ist am Hohentwiel: "Das ist eine tolle Sache, dass wir uns mit solchen Mannschaften messen dürfen."