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Modus mit Beigeschmack: Wie Katar und Saudi-Arabien bevorteilt werden

kicker

Heung-Min Son und seine Teamkollegen können schon seit dem Sommer ganz gelassen verfolgen, wie auf der ganzen Welt der Kampf um die nächsten WM-Tickets tobt. Wie Japan, Iran, Usbekistan, Jordanien und Australien hat auch Südkorea die Qualifikation in Asien bereits hinter sich und seinen Startplatz bei der WM 2026 sicher. Nun werden noch die restlichen beiden fixen asiatischen WM-Teilnehmer gesucht - doch die Rahmenbedingungen werfen Fragen auf.

Während jeweils die Erst- und Zweitplatzierten aus den drei Sechsergruppen der 3. Quali-Runde ihr WM-Ticket bekamen, geht es für die Dritt- und Viertplatzierten in den kommenden Tagen in einer 4. Runde weiter. Die sechs Teams wurden in zwei Dreiergruppen gelost, in denen nun zwischen diesem Mittwoch und kommendem Dienstag jeder einmal gegen jeden spielt.

Die beiden Gruppensieger dürfen ebenfalls in den USA, Kanada und Mexiko teilnehmen. Die beiden Gruppenzweiten spielen im November in Hin- und Rückspiel den asiatischen Teilnehmer am WM-Play-off-Turnier aus, bei dem im März 2026 insgesamt sechs Nationen aus der ganzen Welt - außer Europa - um zwei weitere WM-Plätze kämpfen.

Zum Heimvorteil kommt auch noch der ungleiche Spielplan

Mit Katar und Saudi-Arabien gibt es in jeder der beiden Dreiergruppen einen klaren Favoriten. Nur liegt das nicht allein an der sportlichen Qualität, sondern auch am Modus. Bereits im Sommer gab es Ärger, weil der asiatische Verband (AFC) den WM-Gastgeber von 2022 und den WM-Gastgeber von 2034 als Gastgeber in beiden Mini-Gruppen festlegte, obwohl sich auch andere Nationen dafür beworben hatten.

Mehrere Verbände taten ihren Unmut in öffentlichen Stellungnahmen kund. Der Oman etwa forderte "Transparenz und Fairness in allen Phasen" der WM-Quali, der Irak mahnte, dass die Entscheidung "die Wettbewerbsbalance gefährden könnte". Andere hätten sich eine Austragung an einem neutralen Ort gewünscht.

Einen zusätzlichen Vorteil erhielten Katar und Saudi-Arabien dann, als der AFC die Spielpläne veröffentlichte. Beide Mannschaften dürfen an diesem Mittwoch das erste und am kommenden Dienstag das zweite und letzte Spiel bestreiten und haben damit jeweils sechs Tage zwischen ihren Partien - ihre Gruppengegner, die am Samstag aufeinandertreffen, dagegen nur drei. Dazu kommt, dass in Dreiergruppen die beiden Teams, die sich zum Abschluss gegenüberstehen, einen Vorteil haben, weil sie bereits genau wissen, was sie zum Gruppensieg benötigen.

"Es ist seltsam, dass die Verantwortlichen sich damit nicht unwohl fühlen"

"Das hat es zuvor noch nie gegeben. Die Leute, die die Regeln aufgestellt haben, haben darüber nicht nachgedacht", ärgerte sich Omans Nationaltrainer Carlos Quieroz, der schon zahlreiche Auswahlteams coachte, und wunderte sich im Guardian auch über den Heimvorteil für Katar und Saudi-Arabien. "Es ist seltsam, dass die Verantwortlichen sich damit nicht unwohl fühlen."

Ob sie das tun, ist unklar. Bislang hat der AFC seine Entscheidungen nicht begründet. Mit dem Abschneiden in der 3. Quali-Runde kann die merkwürdige Doppel-Bevorteilung schon mal nichts zu tun haben. Während Saudi-Arabien seine Sechsergruppe als Dritter abschloss, wurde Katar nur Vierter, hinter den Vereinigten Arabischen Emiraten. Gegen diese bestreitet das Team um Nationaltrainer Julen Lopetegui am Dienstag wahrscheinlich ein "Finale" ums WM-Ticket - ausgeruht und zuhause.