480 Einsätze in der Super League - Rekord seit der Einführung der Liga 2003/04. Rekordspieler des FC Basel mit 543 Einsätzen in Rotblau. Sechs Meistertitel und vier Cupsiege. Es sind definitiv beeindruckende Zahlen, die nach der Karriere von Fabian Frei bleiben. Der Sohn von Markus Frei, der die Schweizer U-17-Nationalmannschaft als Trainer 2002 zum Europameistertitel führte, begann seine Fussballlaufbahn beim FC Frauenfeld. Rasch führte sein Weg über Winterthur nach Basel. Trotz seines Ehrgeizes hätte man wohl bei seiner Ankunft als 15-Jähriger kaum gedacht, dass mit dem Ostschweizer gerade ein Spieler am Rheinknie angekommen ist, der Marken von Marco Streller, Massimo Ceccaroni oder Karl Odermatt deutlich überflügeln wird.
Am 22. Juli 2007 debütierte Frei zum Saisonauftakt gegen den FC Zürich in der ersten Mannschaft des FC Basel. "In dem Spiel habe ich einfach geschaut, dass der Trainer am Ende zufrieden ist. Nicht probieren, aufzufallen, schon gar nicht Tore schiessen - defensiv gut stehen und überall helfen", beschreibt Frei rückblickend seinen ersten Profieinsatz im Podcast "Storytime - Hinter den Kulissen des Fussballs". Schon in seiner ersten Saison sammelte er unter der Leitung von Trainer Christian Gross fleissig Einsatzzeit.
„In dem ersten halben Jahr nachdem ich zurückgekommen bin, ist es mir so gut gelaufen, dass für mich auch klar war, dass ich hierhin gehöre und zu Recht da bin.“ (Fabian Frei im Podcast "Storytime - Hinter den Kulissen des Fussballs", 26.12.2025)
Frei stiess in ein Team, bei dem grosse Namen auf dem Rasen standen. Zu dieser Zeit waren Benjamin Huggel und Ivan Ergic fürs Basler Mittelfeld zuständig. Vorne sorgte unter anderem Marco Streller für Tore. Der persönliche Zugang zu diesen Spielern fand Frei übers Jassen. "Um einen Schieber zu jassen, braucht es vier Leute. Streller und Huggel waren zu zweit und sie hatten noch zwei gebraucht und Valentin Stocker und ich sind gerade aus der U 21 hochgekommen und haben sehr gerne gejasst", erzählte Frei aus dem Nähkästchen.
Gleich in seiner ersten Saison durfte Fabian Frei mit den Bebbi das Double feiern. Es war der Startschuss zu einer erfolgreichen Karriere. Wohl sind seine Erfolge auch der bodenständigen Einstellung Freis zuzuschreiben. Rückblickend gab es für ihn immer einen Antrieb, der Mittelfeldspieler wollte spielen. So schloss sich Frei 2009 per Leihe für schliesslich zwei Jahre dem damaligen Aufsteiger FC St.Gallen an. Nach dem Trainerwechsel in Basel hätte Frei unter Thorsten Fink keine Aussicht auf viel Einsatzzeit gehabt - es drängten sich Youngster wie Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka zu diesem Zeitpunkt auf.
Eine prägende Figur der erfolgreichsten FCB-Ära
Die Leihe sollte sich als wichtigen Schritt herausstellen. Anders wäre es nicht zu erklären, dass Frei vier Jahre und fünf Titelgewinne später den FC Basel als unumstrittene Stammkraft in Richtung Bundesliga verlassen konnte. Als Schlüsselphase für diesen durchdringenden Erfolg in Basel beschreibt Frei die ersten Monate nach seiner Rückkehr aus St.Gallen: "In dem ersten halben Jahr nachdem ich zurückgekommen bin, ist es mir so gut gelaufen, dass für mich auch klar war, dass ich hierhin gehöre und zu Recht da bin." Allfällige Zweifel wurden ausgeräumt.
Frei prägte bis zu seinem Wechsel nach Deutschland die erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte aktiv mit. Grosse internationale Auftritte des FCB fügten sich in dieser Zeit in einer gewissen Regelmässigkeit in den Spielplan. Gleichwohl sind es natürlich Momente, die für immer blieben. Im Podcast "Storytime - Hinter den Kulissen des Fussballs" beschreibt Frei ein Remis an der legendären Anfield Road mit einem Schmunzeln als "Nacht, die gut funktioniert hat". Frei erzielte in der 25. Minute den Führungstreffer, am Ende stand es 1:1. Der FC Basel zog in der Gruppe hinter Real Madrid in die K.-o.-Phase ein und schickte die Reds in die Europa League.
Frei wagte mit 26 Jahren dann den Schritt ins Ausland zum 1. FSV Mainz 05. Er bereue bis heute nicht, diese Challenge angenommen und diesen Schritt nach Deutschland gewagt zu haben. Nach zweieinhalb Jahre und 62 Einsätzen für Mainz kehrte er nach Basel zurück. Mit einem Vierjahresvertrag ausgestattet, sollte Frei wichtige Erfahrung in die Mannschaft bringen. Mittlerweile dominierten in der Schweiz allerdings die Young Boys das Geschehen. "Ich hätte mir schon erhofft, dass wir sie in dieser ganzen Zeit wenigstens einmal noch bezwingen könnten. Es wollte aber nicht so sein." 2019 kam für Frei immerhin der dritte Cupsieg in seiner Karriere hinzu.
Stattdessen stellte Frei neue Rekordmarken auf. Auf die Möglichkeit hin, Rekordspieler des FC Basel zu werden, wurde er bei einem eigenen Meilenstein aufmerksam: "Es ist lustig, es war beim 400. Spiel. Massimo Ceccaroni vor mir hatte um die 450 Spiele gehabt. Ich wurde vor dem Spiel ausgerufen für die Ehrung meines 400. Einsatzes. Nach dem Spiel habe ich nachgefragt, wer eigentlich am meisten FCB-Spiele hat." Die damals noch fehlenden 52 Einsätze hat Frei bis zum Ende seiner Karriere beinahe noch dreimal obendrauf gepackt. Die Marke von 543 Partien für den FCB erscheinen praktisch unerreichbar. "Es ist mega. Je mehr Zeit vergeht, umso grösser wird es", bilanziert Frei nun nach der Karriere.
Ein versöhnlicher Abschluss trotz des plötzlichen Abgangs aus Basel
Obschon sein Vertrag noch ein Jahr gelaufen wäre, verliess Frei 2024 den FC Basel in Richtung Winterthur. Sechs Einsätze in der Meisterschaft und einen im Cup hatte er bis zu diesem Zeitpunkt für den FCB in der Saison 2024/25 bereits absolviert, was auch ihm einen Anteil an diesen beiden Titeln einbringt. Es habe zu jenem Zeitpunkt nach der Auftaktniederlage in die Saison auf einmal geheissen, dass man sich in Basel nicht mehr so sicher sei, ob man das noch ein Jahr so weitermachen möchte.
„Ich hatte eine sehr gute Zeit in Winterthur, ein versöhnlicher Abschluss meiner Karriere.“ (Fabian Frei im Podcast "Storytime - Hinter den Kulissen des Fussballs", 26.12.2025)
Es sei der Moment gekommen, in dem er begonnen habe, zu überlegen, meinte Frei. "Es wurde nicht die Leistung auf dem Platz hinterfragt", blickt Frei auf die Gespräche mit den Verantwortlichen beim FCB zurück, "es ging dann darum, dass ich die Jungen aufhalte und die sich nicht voll entwickeln können. Das wollte ich nie, deshalb mussten wir eine Lösung finden. Ich wollte niemandem im Weg stehen, wenn sie dieses Gefühl hatten. Es waren dann eben mehr solche Themen als das Sportliche."
"Dann war ich fünf, sechs Spiele auf der Bank. Ich bin zwar immer hereingekommen, aber hatte irgendwie das Gefühl, es mache ihnen nicht mehr Spass mit mir." Am letzten Tag vor Transferschluss habe es abermals der FC Winterthur versucht, der sich schon nach dem ersten Meisterschaftsspiel bei Frei gemeldet habe, und dann sei alles ganz schnell gegangen, beschreibt der Rekordspieler seinen plötzlichen Abgang aus Basel. Frei hat sich zu jenem Zeitpunkt daran gestossen, dass ihm in Basel nur durch die Blume ein Abgang nahegelegt wurde. Er hätte sich eine offenere Kommunikation gewünscht. "Man hätte mir im Sommer einfach klar sagen sollen: ‘Hey, du hast deine Leistungen super gemacht und einen sauberen Abschluss gemacht, aber eigentlich wollen wir nicht weitermachen."
Auch wenn sich Frei rückblickend eine offenere Kommunikation in jenem Sommer gewünscht hätte, störe ihn der Abgang aus Basel nicht mehr. "Ich hatte eine sehr gute Zeit in Winterthur, ein versöhnlicher Abschluss meiner Karriere. Ich gehe nun auch gerne wieder ins Stadion Schützenwiese und ins 'Joggeli'", beschwichtigte Frei. Seine frühe Entscheidung, die Karriere im Sommer 2025 zu beenden, habe ihm die Möglichkeit gegeben, seine letzten Monate in der Super League zu geniessen. Gleichzeitig wollte Frei sein Abschied nicht von den sportlichen Resultaten in Winterthur abhängig machen. Dem Fussball bleibt er auch nach dem Karriereende nahe, mittlerweile gibt er seine Erfahrung als U-15-Trainer beim FC Winterthur weiter.