Seit August profitieren die Vancouver Whitecaps von Thomas Müllers großer Erfahrung, und auch jetzt können sie sie gut gebrauchen. Nach der verpassten Meisterschaft in der MLS geht es darum, einen Umgang mit der großen Enttäuschung zu finden.
"Wir sind sehr traurig, besonders die Jungs. Sie sind schon viele Jahre in dieser Liga und der MLS-Cup-Titel hätte ihnen so viel bedeutet", erklärte Müller nach der 1:3-Niederlage bei Inter Miami. "Sie haben so hart gearbeitet, um diese Chance zu bekommen. Jetzt leiden sie sehr. Es ist hart, das könnt ihr euch vorstellen."
Und doch blickte der 36-Jährige noch am Samstag schon wieder nach vorn. "Wenn wir darüber reden, tut es eine Weile weh. Aber ich glaube, wir werden wieder aufstehen und in der nächsten Saison wieder da sein." Denn "ihr wisst ja, wie das mit großen Niederlagen ist", sagte er den Reportern im Wissen, selbst bei allen Titeln auch schon ein paar davon erlebt zu haben. "Das gibt viel Energie für die Zukunft."
Und die Whitecaps sieht er "auf dem Weg nach oben. Wir haben eine sehr junge, sehr talentierte, sehr hungrige Mannschaft", die in Miami drauf und dran war, den ganz großen Coup zu landen. Sinnbildlich war die Szene, als die Gäste kurz nach ihrem 1:1-Ausgleich binnen Sekunden dreimal im Pfostenpech waren. Neun Minuten später führte Inter nach einem Fehler von Mittelfeldmann Andres Cubas wieder. Und die Whitecaps fanden keine Antwort mehr.
"Unsere Reise ist noch nicht zu Ende"
"Wir spielen mit Herz und haben alles gegeben, das ist das Wichtigste", sah Müller das Positive. "Wir hätten heute Abend gewinnen können." Wobei zur Wahrheit auch gehört, dass das Spielglück allen voran in den Conference Semifinals dafür auf Vancouvers Seite gewesen war.
Fest steht: Müller wird in der neuen Saison mit seinem Team wieder angreifen. Schon im kicker-Interview hatte er unlängst keine Zweifel an seinem Verbleib gelassen ("Ja - volle Attacke"). Nun erklärte er in einem Instagram-Video: "Ich bin schon sehr gespannt auf das, was nächstes Jahr kommt. Ich bin sehr glücklich, Teil dieses Erfolgs zu sein - und unser Erfolg ist noch nicht vorbei. Unsere Reise ist noch nicht zu Ende."
Erst einmal geht es für Müller aber über Weihnachten zurück nach Deutschland. Auch dort wird er Gelegenheit haben, die Finalniederlage zu verarbeiten - zum Beispiel kulinarisch. "Ich freue mich auf Familie, Freunde und die Weihnachtszeit, inklusive Weihnachtsschmankerl", hatte er bereits Anfang November in seinem Newsletter geschrieben. "Ganz oben auf meiner Essensliste: Schupfnudeln mit Sauerkraut."