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Nach Anlaufzeit: Keeperin Johannes ist wieder im Rhythmus

kicker

Spiele, die um 21 Uhr angepfiffen werden, sind eigentlich nicht mit ihrem Bio-Rhythmus vereinbar. Deshalb hat Stina Johannes von der 1:7-Niederlage des FC Bayern am Dienstag beim FC Barcelona auch nur 45 Minuten gesehen. "Dann musste ich schlafen gehen", erzählt die Torhüterin des VfL Wolfsburg. "Normalerweise sehe ich zu, dass ich gegen 22 Uhr schlafe, damit ich auf jeden Fall auf meine neun Stunden komme. Da merke ich schon, wie mir das gut tut."

Am Mittwoch indes musste die 25-Jährige ihren Schlaf-Rhythmus umstellen. Die Wolfsburger Fußballerinnen empfingen zum Auftakt der Champions-League-Ligaphase Paris Saint-Germain. Anpfiff war um 21 Uhr. Und nicht nur die VfL-Torhüterin präsentierte sich trotzdem sehr ausgeschlafen. 4:0 stand es am Ende für die Gastgeberinnen im AOK-Stadion.

Ein optimaler Start für den Vizemeister in der Königsklasse. "Wir haben ein Duell auf Augenhöhe erwartet. Dass wir dominant sind, so eiskalt vor dem Tor und hinten alles gut verteidigen, ist natürlich überragend", freut sich die Keeperin, die selbst einen nicht geringen Anteil daran hatte, dass dem Gegner an diesem Abend kein Treffer gelang. Johannes vereitelte gleich mehrere gute Chancen der Französinnen. "Ich freue mich natürlich darüber. Grundsätzlich ist aber wichtig, dass wir gewinnen."

Lerch erkennt klare Fortschritte

Wichtig ist dieser Sieg ohne Gegentor primär für Johannes selbst. Die Nationalspielerin und aktuelle Nummer 2 beim DFB (3 Länderspiele) wechselte in diesem Sommer von Eintracht Frankfurt nach Wolfsburg und strahlte bislang nicht in jedem Spiel die Souveränität aus, die der VfL nach dem großen Umbruch im Kader benötigte. Aber auch eine Torhüterin braucht in neuer Umgebung Anlaufzeit. VfL-Trainer Stephan Lerch erläutert: "Stina ist neu in Wolfsburg und man muss ihr genauso viel Zeit geben wie allen anderen neuen Spielerinnen auch. Sie öffnet sich aber immer mehr in der Kommunikation und übernimmt mehr Verantwortung auf und neben dem Platz. Sie denkt gut mit und ist sehr akribisch."

Nach dem Sieg und der stabilen Leistung gegen Paris ist Johannes endgültig beim Bundesliga-Tabellenführer angekommen. "Stina war gegen Paris ein wichtiger und sicherer Rückhalt. Das muss man auch mal sagen", betonte Lerch nach dem Erfolg am Mittwoch. Kapitänin Alexandra Popp sieht es ähnlich: "In den ersten Spielen sah Stina immer ein bisschen unglücklich aus. Jetzt haben wir wieder diesen Rückhalt, den man von der Torhüterin immer wieder braucht."

Johannes wird vermutlich auch am Samstag (15 Uhr) wieder im Mittelpunkt stehen, wenn der VfL in der Volkswagen-Arena Meister München zum Bundesliga-Gipfel empfängt. Die Torhüterin prognostiziert, dass "die Bayern mit viel Wut und viel Aggressivität nach Wolfsburg kommen. Da müssen wir dagegenhalten." Lerch erwartet "eine Trotzreaktion der Bayern. Sie werden Wut im Bauch haben. Da kommt viel Wucht auf uns zu."

Fehlen wird dem VfL im Top-Duell kurzfristig Nationalspielerin Vivien Endemann, die sich eine Muskelverletzung im linken Oberschenkel zugezogen hat. Gefährdet ist der Einsatz von Innenverteidigerin Caitlin Dijkstra, die im Abschlusstraining wegen einer Erkältung fehlte. Sollte die Niederländerin am Samstag ausfallen, könnte Kapitänin Janina Minge aus dem defensiven Mittelfeld zurückgezogen werden.