Thomas Müller hatte mehr als 90 Minuten in den Beinen und spielte die Partie gegen Benfica, die mit 0:1 verloren ging, bei bis zu 40 Grad brütender Hitze und voller Sonneneinstrahlung auch mit seinen 35 Jahren gewohnt einsatz- und lauffreudig durch, bevor er sich in der Mixed Zone nach dem Spiel den Fragen der versammelten Reporter stellte. Und verlor selbst dann seine Schlagfertigkeit und seinen Humor nicht.
Auf die Frage, ob Bayerns ungewohnt schwache erste Halbzeit ein Problem der Mentalität war, antwortete Müller gewohnt spitzbübisch und stichelte gegen die nationale Konkurrenz: "Sind wir jetzt in Dortmund? Haben wir jetzt schon mentale Probleme?" Müller spielte damit auf eine leidige Debatte an, die seit Jahren im schwarzgelben Lager geführt wird, dort immer wieder aufkommt, wenn der BVB ein wichtiges Spiel verliert, und sich außerhalb dessen mittlerweile zum Running Gag entwickelt hat. Zum Leidwesen des BVB.
Eine seriöse Erklärung für die schwache erste Halbzeit im abschließenden Gruppenspiel bei der FIFA Klub-WM 2025 hatte Müller dann aber auch parat: "Man kann auch manchmal einfach eine schlechte Leistung auf den Platz bringen, in manchen Momenten einfach den falschen Schritt machen - zu spät, zu früh, nicht intensiv genug. Das ist eben in Menschen so drin."
Und einen kleinen Seitenhieb gegen den fragenden Reporter konnte er sich dann auch nicht verkneifen: "Manchmal stellt man halt eine Frage, bei der man sich danach denkt: Die war irgendwie blöd."
Trotz der Niederlage zog Bayern als Gruppenzweiter ins Achtelfinale der Klub-WM ein. Am Sonntagabend (MEZ) können beide, der FC Bayern sowie der Fragensteller, dann im und nach dem Spiel gegen Flamengo beweisen, dass sie es eigentlich besser können.