Für drei Jahre hatte er im Sommer unterschrieben, jetzt ist Russell Martin schon nach 17 Pflichtspielen seinen Posten wieder los: Nach dem enttäuschenden 1:1 in Falkirk am Sonntag zogen die Bosse der Glasgow Rangers die Reißleine und trennten sich von ihrem Chefcoach, der bereits seit Wochen massiv in der Kritik gestanden hatte.
Ein magerer Sieg aus sieben Spielen war unter Martin in der schottischen Meisterschaft gelungen, in der die Rangers als Tabellenachter - von nur zwölf Mannschaften - bereits elf Punkte hinter Spitzenreiter Heart of Midlothian und neun hinter Titelverteidiger und Erzrivale Celtic liegen. Erst am sechsten Spieltag war der erste und einzige Ligasieg unter Martin gelungen.
Mindestens genauso schlimm liest sich die Bilanz im Europapokal. Nach dem Weiterkommen gegen Panathinaikos (2:0/1:1) und Viktoria Pilsen (3:0/1:2) in der zweiten und dritten Quali-Runde wurden die Rangers in den Champions-League-Play-offs von Club Brügge geradezu gedemütigt (1:3/0:6) und müssen deshalb wie in der Vorsaison in der Europa League antreten, in der sie seinerzeit bis ins Viertelfinale vorgestoßen waren. Doch auch dort setzte es unter Martin einen Fehlstart: zwei Spiele, zwei Niederlagen, zuletzt am Donnerstag bei Sturm Graz (1:2).
Am Sonntag kochte die Stimmung über
Die Stimmung bei den Fans war dann am Sonntag endgültig übergekocht: Während wütende Anhänger versuchten, den Rangers-Teambus am Verlassen des Stadions zu hindern, wurde Martin in einem separaten Auto von der Polizei in Sicherheit gebracht.
"Während alle Übergangsphasen etwas Zeit erfordern, haben die Ergebnisse die Erwartungen des Vereins nicht erfüllt", hieß es am Sonntagabend in einem knappen Statement des traditionsreichen Klubs, in dem Martin und dessen Trainerteam immerhin bescheinigt wurde "während ihrer Zeit beim Verein außerordentlich hart gearbeitet" zu haben. Der 39-jährige Schotte hatte zuvor bis Dezember 2024 den FC Southampton betreut, mit dem er zuvor in die Premier League aufgestiegen war.
Wer seine Nachfolge bei den Rangers antreten soll und damit nach Philippe Clement, Barry Ferguson und Martin vierter Trainer in diesem Kalenderjahr wird, steht noch nicht fest. Wer auch immer es wird, muss nicht nur auf dem Platz einiges geraderücken.