Nur auf den ersten Blick kam die Spielabsage am Dienstag in Hamburg für Bayer 04 nicht ungelegen. Trainer Kasper Hjulmand hätte im Volksparkstadion seine Elf nämlich ohne den verletzten Edmond Tapsoba, den nach einer Adduktoren-Operation im Januar vor einem Comeback stehenden Exequiel Palacios sowie die beiden Afrika-Cup-Teilnehmer Ibrahim Maza und Christian Kofane formieren müssen. Ein nicht unwichtiges Quartett, das beim Nachholtermin - Stand jetzt - einsatzbereit sein wird.
Dennoch ist man bei Bayer nicht glücklich damit, dass die Partie beim HSV kurzfristig wegen Problemen mit der Statik des Stadiondachs abgesagt werden musste. Denn die notwendige Neuansetzung bringt Probleme mit sich - unabhängig davon, wann sie genau erfolgen wird.
Dem Werksklub drohen 13 Partien innerhalb von 43 Tagen
Der nächstmögliche Termin ist die zweite Februarwoche, wenn die dritte und vierte Viertelfinal-Begegnung im DFB-Pokal gespielt wird, in dem Bayer 04 schon eine Woche vorher den FC St. Pauli empfängt. Setzt die DFL, die grundsätzlich darum bemüht ist, das Tabellenbild möglichst schnell wieder geradezurücken, die Partie für jenen 10. oder 11. Februar an, stünden für Bayer 04 im Fall der sehr wahrscheinlichen Qualifikation für die Play-offs in der Champions League von kommendem Samstag bis Ende Februar durchgehend englische Wochen an.
Leverkusen müsste dann innerhalb von 43 Tagen 13 Partien im Drei- bzw. Vier-Tage-Rhythmus absolvieren. Ein ungewöhnlich langer Block englischer Wochen. Ohne die Spielabsage in Hamburg hätte Bayer zumindest in der zweiten Februarwoche ohne eine Partie am Dienstag oder Mittwoch etwas durchpusten können.
Die Alternative: Bayer hinkt der Konkurrenz über acht Spieltage hinterher
Der nächste Termin läge alternativ am 3. oder 4. März. Bei diesem wäre Bayer zwar von der physischen Belastung her nicht so stark betroffen, da der Klub in der zweiten Februarwoche dann kein Spiel unter Woche hätte. Allerdings würde Bayer dann den Konkurrenten um die Champions-League-Plätze bis zu acht Bundesliga-Spieltage hinweg mit einer Partie hinterherhinken.
Was für den Fall, dass Bayer wie im Moment nicht auf einem der ersten vier Plätze rangiert, den psychologischen Druck erhöht, da das Tabellenbild dann einen größeren Rückstand zeigen würde, als wenn Bayer am Dienstag beim HSV gewonnen hätte. Eine potenzielle Psycho-Falle, da sich der Druck, siegen zu müssen, in all diesen Partien unterschwellig deutlich erhöhen würde.