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Nagelsmanns Sorry: "Ich meinte es überhaupt nicht respektlos"

kicker

Der Gast hat auf Pressekonferenzen standesgemäß das erste Wort. Am Sonntagabend im Inneren des Windsor Parks teilte der DFB den Reportern der Gastgeber indes die ersten Fragen zu. Und die drehten sich nicht nur um den nun auf der Insel, in Liverpool, beheimateten Florian Wirtz, sondern auch um Aussagen von Nagelsmann nach dem 3:1-Hinspielsieg der deutschen Elf. Den Verweis des 38-Jährigen auf das Stilmittel der langen Bälle, die nicht immer schön anzuschauen seien, hatten die Nordiren als Respektlosigkeit interpretiert. Damit konfrontiert, bezog Nagelsmann klar Stellung.

"Ich meinte es überhaupt nicht respektlos", eröffnete der frühere Bayern-Trainer und konkretisierte dann: "Sie spielen gezielte lange Bälle, haben eine Idee dabei. Sie kreieren so viele Chancen, weil sie viel Personal vor das Tor bringen. Sie sind schwer zu schlagen." Und dann nochmal hinterher: "Entschuldigung, falls das als respektlos empfunden wurde. So war es nicht gemeint."

Zu Nagelsmanns Charme-Offensive und dem Versuch, Feuer aus dem Spiel zu nehmen, kommen auch klare Hinweise an seine Spieler. So sehr er ein Freund davon ist, die eigene Spielweise durchzubringen, so deutlich macht er auch, dass im Windsor Park Körperlichkeit und damit auch nordirische Tugenden gefordert sein werden.

Seit zwei Jahren sind die Gastgeber in diesem Stadion ungeschlagen. "Das ist eine besondere Quote, das ist ihre Festung." Deshalb forderte Nagelsmann: "Es geht darum, was zuerst kommt. An erster Stelle muss stehen, dass wir körperlich Paroli bieten, dass wir uns beweisen. Und klar ist: Wenn der Gegner einen großen Fokus auf Standards legt, dann müssen wir das auch tun."

Nagelsmann schärfte in den letzten 24 Stunden vor dem Auftrag am Montag ganz gezielt die Sinne und ist sicher: "Jeder weiß, was auf uns zukommt. Das Publikum ist frenetisch, von den Rängen kommen Emotionen. Aber wir können auch Emotionen zurückspiegeln. Wenn wir es richtig machen, haben wir auf jeden Fall genug Qualität." Aber an erster Stelle soll eben die Emotionalität stehen.

Neben der richtigen Reihenfolge und Herangehensweise soll die Blockbildung ein weiterer Erfolgsgarant sein. Fünf Spieler aus der Startelf vom 4:0 gegen Luxemburg kommen vom FC Bayern, mit Nico Schlotterbeck und Karim Adeyemi stand zudem ein Dortmunder Duo beim Anpfiff auf dem Feld, später kamen noch Waldemar Anton und Maximilian Beier.

Offen bekannt der Bundestrainer, dass er glücklich darüber ist, dass die Münchner und der BVB augenblicklich in der Liga vorneweg marschieren. "Wenn die Mannschaften, die die meisten deutschen Nationalspieler stellen, erfolgreich sind, dann ist das gut für uns. Es ist gut, wenn Bayern und Dortmund stabil sind und performen. Der Block ist wichtig für uns."