Lia Wälti, die im Sommer 2025 zu Juventus Turin wechselte, hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Die Mittelfeldspielerin führte die Schweizer Nationalmannschaft bei der Heim-EM als Captain aufs Feld und überzeugte mit starken Leistungen. Trotz der grossen sportlichen Erfolge, einschliesslich eines Champions-League-Titels mit Arsenal, gibt es auch dunkle Kapitel in ihrem Leben. Die Schmerzen, die sie während der EM durch den Abszess ertrug, sind Teil davon. Direkt nach dem Turnier musste sie sich einer weiteren Operation unterziehen.
"Ich wusste von Anfang an, dass ich nach dem Turnier operiert werden muss. Lange war nicht klar, ob wir die Operation bis nach der EM hinauszögern können. In diesem Sinne ist alles gut aufgegangen. Bis zur Operation habe ich versucht, nicht darüber nachzudenken", erklärte Wälti gegenüber CH Media. Die Operation hat jedoch nicht zur vollständigen Heilung geführt. Seitdem muss Wälti mit den Auswirkungen leben: "Ich habe offene Wunden und eine Drainage, aus der ständig Flüssigkeit austritt. Seit der Operation muss ich regelmässig Einlagen wechseln. Das ist eine grosse Einschränkung und beeinflusst mein tägliches Leben stark."
Die langfristigen Aussichten für die Heilung ihres Abszesses sind laut Wälti unklar. "Ich kann das nicht klar beantworten, weil ich es selbst nicht genau weiss. Die Heilungschancen bei einer Operation sind gering. Es werden immer wieder Eingriffe nötig sein. Es kann sein, dass eine Operation irgendwann funktioniert - oder dass ich das ganze Leben lang mit dem Abszess leben muss." Als aktive Fussballerin könne sie sich jedoch nicht alle zwei Monate operieren lassen, da dies das Ende ihrer Karriere bedeuten würde. Daher hat sie beschlossen, ihre Karriere bewusst zu geniessen, bevor sie sich umfassender mit der Krankheit befasst.
Sie hat bewusst die Öffentlichkeit gesucht
Trotz der gesundheitlichen Herausforderungen zieht Wälti eine positive Bilanz: "In diesem Sommer ist alles perfekt für mich gelaufen. Ich war sehr erleichtert, als die EM fertig war und ich es überstanden und geschafft hatte." Im Laufe ihrer Erfahrungen habe sie gelernt, ihre Gesundheit mehr zu schätzen und weniger schnell über andere zu urteilen. Die Entscheidung, mit ihrer Krankheit an die Öffentlichkeit zu gehen, sei wohlüberlegt gewesen. "Wenn ich mich entscheide, etwas öffentlich zu machen, ist das kein spontaner Schritt. Ich habe die gleichen Probleme wie andere Menschen - deshalb spreche ich darüber. Beim Abszess ist es aber anders: Ich habe sehr viele Fragen - und leider kaum Antworten. Deshalb ist es schwierig, darüber zu reden", sagte Wälti.
Abschliessend betont die Spielerin, dass sie trotz der Herausforderungen bemüht ist, eine positive Einstellung zu bewahren. Ihre Offenheit soll nicht nur ein Zeichen der Stärke sein, sondern auch anderen Menschen in ähnlichen Situationen Mut machen.