Es liegen turbulente Wochen hinter dem Karlsruher SC. Fünf Spiele in Folge haben die Badener in der 2. Liga verloren und dabei 17 Gegentore kassiert. Unter der Woche sorgte dann die plötzliche Entlassung von Co-Trainer Zlatan Bajramovic für Aufsehen, nicht wenige Beobachter werten diese für einen Vorboten einer Trennung von Christian Eichner. War Bajramovic doch der wichtigste Mitarbeiter des Cheftrainers.
Doch zunächst hat KSC-Geschäftsführer Mario Eggimann seinem Trainer das Vertrauen über die Winterpause hinaus ausgesprochen. So stand Eichner am Donnerstag erneut Rede und Antwort vor dem abschließenden Spiel des Jahres beim VfL Bochum am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker), dem Nachbarn aus dem Niemandsland der Tabelle. Die Neuigkeiten, die der KSC-Trainer dabei verkündete, hoben seine Laune nicht wirklich.
Auch Jung und Pinto Pedrosa wackeln
"Es ist personell nochmal ein bisschen schattiger geworden", seufzte Eichner. Neben Marcel Franke und Fabian Schleusener, die beide eine Gelb-Rot-Sperre aus der jüngsten Niederlage gegen Paderborn (0:4) absitzen müssen, sowie den länger verletzten Louey Ben Farhat (Mittelfußbruch) und Lilian Egloff (Muskelfaserriss), fällt für das Spiel in Bochum auch Christoph Kobald aus. Der Innenverteidiger hat sich unter der Woche eine Zerrung in der Wade zugezogen und unfreiwillig vorzeitig Winterpause. Sebastian Jung und Rafael Pinto Pedrosa wackeln zudem mit Erkältungen, "da müssen wir abwarten", so Eichner.
Gerade in der Abwehr offenbart sich dem KSC-Trainer somit ein Personalpuzzle. Immerhin kehrt Marcel Beifus nach abgesessener Gelbsperre zurück, für den Platz neben ihm bleiben angesichts der Ausfälle von Franke und Kobald nur noch Paul Scholl, der bislang erst auf vier Kurzeinsätze kommt, oder aber Mittelfeldspieler Nicolai Rapp samt weiterer Umstellungen übrig.
„Wir fahren als Underdog hin. Aus dieser Rolle kann ich mir ein bisschen was zum Vorteil machen.“ (Christian Eichner)
"Es gab personell sicherlich schon leichtere Tage", meinte Eichner, "aber es werden andere Herren, die den Anspruch haben, mehr zu spielen, eine Chance bekommen." Mit Namen nannte der 43-Jährige dabei Andreas Müller, dessen erstes Halbjahr in Karlsruhe nicht zur Zufriedenheit aller Parteien verlaufen war.
KSC wartet "sehnsüchtig" auf die Winterpause
Mit Blick auf das Bochum-Spiel ist sich der Trainer bewusst, dass "wir momentan nicht die riesigen Argumente auf unserer Seite haben". Bundesliga-Absteiger Bochum sei nach etwas Anlaufzeit nun in Schwung gekommen. Umso mehr sei es für die Badener an der Zeit, "mal wieder eine gute Leistung zu zeigen".
Das Rezept dafür hat der Coach schon im Kopf. Zum einen "sollten wir wieder ein bisschen mehr Fußball spielen". Zum anderen fordert Eichner von seinen Spielern eine andere "Kultur im Verteidigen", denn die sei nach dem Dresden-Spiel im Oktober (3:3) verloren gegangen. Es liege nun an jedem Einzelnen, einen Schritt in die andere Richtung zu tun, so der 43-Jährige. Mit dieser Einstellung erwarte den KSC sogar ein "tolles Gesamtpaket": "Wir fahren als Underdog hin. Aus dieser Rolle kann ich mir ein bisschen was zum Vorteil machen."
Danach ist Winterpause, in der einige Verletzte zur Mannschaft zurückkehren dürften. "Wir warten sehnsüchtig darauf. Dadurch können wir die Dinge wieder auf mehrere Schultern verteilen. Die Mannschaft wird besser", hofft Eichner.