Aus Straßburg berichtet Michael EbertAm Sonntag muss Mainz 05 bei Borussia Mönchengladbach ran (19.30 Uhr, LIVE! bei kicker) und will dort die letzten Punkte im Kampf um den Klassenverbleib holen. Mit 33 Zählern hat der FSV derzeit acht Punkte Vorsprung auf den Drittletzten FC St. Pauli.
Frustriert reiste die Mainzer Delegation am Freitag aus Straßburg ab. Mit einem 2:0 im Hinspiel hatte die Mannschaft von Urs Fischer die Tür zum Halbfinale aufgestoßen, kam dann aber bei Racing unter die Räder. Die Kommentare reichten von "chancenlos" (Sportvorstand Christian Heidel) über "dumme Fehler" (Kapitän Silvan Widmer) bis zu "komplett überfordert" (Fischer).
Die Cleverness, die der Trainer vor dem Spiel eingefordert hatte, ließ das Team komplett vermissen. Dadurch konnte sich Straßburg in einen Rausch spielen, an dessen Ende auch noch eine Rote Karte für den eingewechselten Nadiem Amiri stand, der sich zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ.
„Das hat für mich nichts mit Respekt zu tun.“ (Paul Nebel)
Nach dem Abpfiff war die Nummer 20 von Racing, Martial Godo, quer über den Platz gelaufen, um zu provozieren. "Das geht gar nicht, das hat man auch an unseren Reaktionen gesehen. Sie waren die bessere Mannschaft und haben verdient gewonnen. Dass dann ein Spieler vor unseren Fans das Trikot auf die Eckfahne hängt, hat für mich nichts mit Respekt zu tun. Dann ist auch verständlich, dass wir als Mannschaft dort hingehen", rekapitulierte Paul Nebel die tumultartigen Szenen.
Cleverer als die Mannschaft während der 90 Minuten und kurz danach zeigte sich Trainer Fischer, der sich bei seinen Erklärungen merklich zurückhielt. "Es gibt solche Tage. Ich glaube, man muss ein bisschen vorsichtig sein, was man nach einem solchen Spiel sagt, und mit Bedacht handeln. Jetzt gilt es, die Köpfe wieder freizubekommen. Das Auswärtsspiel in Gladbach ist die nächste Herausforderung."