Der FC Schalke 04 hat es gegen Eintracht Braunschweig nicht geschafft, zum Ende der Hinrunde die 40-Punkte-Marke zu durchbrechen, angesichts der famosen Gesamtausbeute nach 17 Spielen geht der Spitzenreiter dennoch als Top-Favorit auf den Aufstieg in die Rückrunde.
Karaman: "Können stolz sein"
"Ich gehe nicht mit einem schlechten Gefühl in die Pause", sagte Mittelfeldspieler Ron Schallenberg nach dem 1:2 in Braunschweig. "Wir haben 37 Punkte", das spiegelt "eine Wahnsinnshinrunde" wider. "Das brauchen wir nicht kleinzureden." Kapitän Kenan Karaman pflichtete ihm bei: "Wir können stolz sein."
Nach einer sowohl sportlich als auch mental überaus fordernden Halbserie pfiff der Herbstmeister im Hinrundenfinale aus dem letzten Loch, unter Berücksichtigung dessen hatte Trainer Miron Muslic schon im Vorfeld der Begegnung den Appell an seine Spieler gerichtet, sie mögen doch bitte "ein letztes Mal in diesem Jahr ans Limit gehen".
Versucht haben sie es, doch es blieb beim Versuch. Bestes Beispiel: In Braunschweig hatte Schalke bis zum Anschlusstor in der 88. Minute durch Soufiane El-Faouzi keine einzige nennenswerte Gelegenheit, in der Nachspielzeit köpfte der eingewechselte Mika Wallentowitz den Ball dann immerhin noch an den Außenpfosten.
Nur 22 Saisontore
Grundsätzlich besteht vor allem offensiv Verbesserungsbedarf. Die aktuelle Quote von nur 22 Saisontoren ist eines Aufstiegskandidaten unwürdig, sogar die Schlusslichter Fürth (26) und Dresden (24) haben schon häufiger getroffen. Die Königsblauen müssen in der Rückrunde unbedingt effizienter werden, auf ihre Defensivstabilität allein dürfen sie sich nicht verlassen.
In Braunschweig "hätten wir am Ende den Lucky Punch setzen können, aber das hätte dem Spielverlauf nicht entsprochen", sagte Muslic. "Wir sind selbstkritisch und enttäuscht, aber sehr stolz auf den Weg, den wir seit sechs Monaten gehen."
Muslic und Co. lechzen nach der Winterpause, die nur kurz ist. Jede Minute soll daher sinnvoll genutzt werden. Bereits nach dem Spiel in Braunschweig traten einige Protagonisten die Rückreise ins Ruhrgebiet gar nicht mehr mit an, sondern starteten direkt von dort in ihre Ferien. Schon am 2. Januar kommen die Gelsenkirchener auf ihrem Übungsgelände wieder zusammen.
Mit Verweis auf die lange Verletztenliste hofft der Trainer dann auf den einen oder anderen Rückkehrer, die Zusammenstellung des Aufgebots in Braunschweig verdeutlicht die angespannte personelle Lage: Abzüglich der Ergänzungskräfte aus der U 23 oder sogar U 19 "hatten wir nur 13 Kaderspieler dabei".