Fortuna Düsseldorf setzt beim Vorhaben, aus dem anhaltenden Tief zu kommen, auf Sven Mislintat. Der 53-Jährige wird, wie vom kicker am Sonntag bereits vorab angekündigt, mit sofortiger Wirkung neuer Sportvorstand und beerbt Klaus Allofs. Am Nachmittag war die Fortuna durch die 0:1-Niederlage bei der SV Elversberg auf den vorletzten Platz der 2. Liga abgestürzt.
Mislintat, der das bestehende Vorstandsteam um den Vorstandsvorsitzenden Alexander Jobst und Finanzvorstand Arnd Hovemann ergänzt, erhält einen Dreijahresvertrag und wird am Montag offiziell vorgestellt. In der vergangenen Woche hatten die Düsseldorfer mitgeteilt, dass Allofs seinen im kommenden Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde, nun wurde der 69-Jährige, der seit 2020 für die Fortuna tätig war, vorzeitig freigestellt. Das Ressort Kommunikation liegt fortan im Verantwortungsbereich von Jobst.
"In der aktuellen Situation braucht der Verein Klarheit und Handlungsfähigkeit im sportlichen Bereich. Die haben wir jetzt", betont Jobst. "Wir sind als Verein gut aufgestellt und werden nun gemeinsam mit Sven daran arbeiten, schnell aus dieser schwierigen Phase rauszukommen. Klaus Allofs hat über viele Jahre hinweg Verantwortung für Fortuna Düsseldorf übernommen und den Verein geprägt. Dafür gebührt ihm unser ausdrücklicher Dank und großer Respekt."
"Es ist schon sehr, sehr cool, jetzt in dieser neuen Rolle wieder hier zu sein"
Mislintat zeigt sich in der Klubmitteilung vom Düsseldorfer "Mut, Neues zu wagen, wie aktuell mit dem Weg 'Fortuna für alle', beeindruckt" und spricht von "wirklich sehr guten Gesprächen" mit den Verantwortlichen. "Ich war schon direkt nach dem ersten Anruf von der Idee begeistert und identifiziere mich total mit der Aufgabe. Auch wenn wir alle wissen, dass sich der Klub in einer sehr herausfordernden, nicht gerade einfachen Situation befindet, bin ich zu 100 Prozent davon überzeugt, dass wir das gemeinsam hinbekommen. Für mich ist die Aufgabe auch emotional etwas Besonderes. Es schließt sich ein Kreis, da ich als Analyst bereits in den 2000er Jahren für die Fortuna gearbeitet habe, jedes Spiel zuhause und auswärts begleitet und gefilmt habe. Von daher ist es schon sehr, sehr cool, jetzt in dieser neuen Rolle wieder hier zu sein - und für einen Klub arbeiten zu dürfen, der sportlich wie emotional eine wichtige Bedeutung für mich hat."
Mislintat, der sich unter anderem gegen den beim VfL Wolfsburg freigestellten Sebastian Schindzielorz durchsetzte, war von 2006 bis 2017 Chefscout beim BVB und arbeitete danach für FC Arsenal, den VfB Stuttgart und Ajax Amsterdam. Zum 1. Mai 2024 kehrte Mislintat in neuer Funktion als Technischer Direktor nach Dortmund zurück. Seine zweite Zeit in Dortmund endete im Frühjahr 2025 aber nach nur wenigen Monaten nach internen Differenzen. Nun soll er die Fortuna ins ruhigeres Fahrwasser führen.
"Die letzten Wochen haben deutlich gezeigt, dass wir mit Blick auf den Kader und die anstehende Transferperiode neue Impulse in der sportlichen Führung brauchen", erklärt Aufsichtsratschef Björn Borgerding. "Sven hat uns im Rahmen des ausführlich geführten Bewerbungsprozesses durch den gesamten Aufsichtsrat mit seiner fachlichen Tiefe und seinem Ansatz für den Weg nach vorne überzeugt. Wir sind zuversichtlich, dass er uns mit seinen Ideen und seiner Erfahrung sportlich aus der schwierigen Situation führen und langfristig stärken wird. Dabei folgen wir unserer strategischen Ausrichtung und können auf das stabile Fundament aufbauen, das wir uns als Verein in den vergangenen Jahren aufgebaut haben."