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Polzin stützt Peretz nach Frust-Ausbruch

kicker

Der israelische Nationaltorhüter Peretz hatte am Samstagabend nach dem 0:5 mit Israel gegen Norwegen im heimischen TV seinem Frust über die unbefriedigende Reservisten-Rolle beim HSV Luft gemacht und Gedanken an einen vorzeitigen Abbruch der Leihe zumindest angedeutet. Zuvor hatte er einen Elfmeter von Erling Haaland gehalten, im weiteren Spielverlauf jedoch nicht immer gut ausgesehen. Die Folge: Beim 0:3 in Italien nun saß der 25-Jährige wie in Hamburg auf der Bank.

Merlin Polzin hat die Entwicklung um seinen Torwart natürlich genau verfolgt. Nach der Vorbereitung hatte sich der Trainer für Aufstiegs-Keeper Daniel Heuer Fernandes entschieden, angesichts dessen starken Saisonstarts und Einflusses in der Kabine bislang vollauf richtig gelegen, die Leihgabe vom FC Bayern aber mit diesem Entschluss regelrecht geschockt. Peretz' Kernaussage in der Heimat war: "Ich hatte nicht angenommen, dass ich nicht zum Einsatz komme. Es war eigentlich klar, dass ich spielen werde."

Polzin versucht die Angelegenheit nach der Rückkehr des Torhüters vom Länderspieleinsatz möglichst differenziert zu bewerten. "Für mich", sagt er, "ist es wichtig, im Kontext zu sehen, wann die Aussage getroffen wurde. Es war nach einem enttäuschenden Spiel, und aus der Emotion heraus fallen auch mal ein paar Dinge." Der Trainer findet: "Es ist gut, dass er unzufrieden ist, weil er spielen will."

„Das Verhalten von Daniel ist absolut vorbildlich.“ (Merlin Polzin)

Die Befürchtung, dass Peretz seine Unzufriedenheit über die eigene Situation in die Gruppe trägt, hat Polzin nach den bisherigen Eindrücken nicht. "Es ist ganz wichtig zu unterscheiden zwischen einer Enttäuschung, die man ausdrückt, oder einer Enttäuschung im Verhalten." Letztere hatte der 34-Jährige vor einigen Wochen etwa bei Linksverteidiger Noah Katterbach verspürt, der als Konsequenz daraus für zwei Wochen aus dem Profikader verbannt und erst zu Beginn dieser Woche wieder begnadigt wurde.

Bei Peretz, das ist Polzin wichtig, sei die Ausstrahlung und Wirkung auf die Kollegen ausdrücklich nicht negativ. "Das Verhalten von Daniel ist absolut vorbildlich, er geht bei jedem Training in die Leistungsspitze, coacht seine Mitspieler und zeigt, weshalb wir froh sind, dass er hier ist. Er macht unser Torwart-Team besser." Und doch spielt Heuer Fernandes - und hat das Vertrauen gerechtfertigt. "Dem", sagt Polzin, "ordnet er sich unter."

Nur, wie lange noch? Ein vorzeitiges Ende der Leihe ist für die Hamburger Bosse nicht erstrebenswert, da nach dem Abschied von Matheo Raab (zu Union Berlin) als Ziel vereinbart wurde, auch auf der Torhüterposition einen Konkurrenzkampf herzustellen. Polzin umschifft die Frage nach einem Leih-Abbruch. "Wir haben schwere Aufgaben vor der Brust, alles andere spielt jetzt nicht in meine Gedanken rein, und der Winter ist noch ganz weit weg."