Yussuf Poulsen hat sich in dieser Trainingswoche nach seinen Oberschenkelproblemen genau wie Jordan Torunarigha (Achillessehnenprobleme) genau nach Plan in den Übungsbetrieb eingefügt. Von Beginn der Woche an wurde das Trainingsprogramm gesteigert, die Mitreise nach Köpenick ist damit zumindest möglich. Polzin kündigt zufrieden an: "Wir werden das Abschlusstraining am Samstag abwarten und dann abschließend entscheiden."
Kapitänswahl "war definitiv die richtige Entscheidung"
Der Trainer verweist zwar darauf, dass er seine Startaufstellungen nicht allein an Ergebnissen festmache und dass Siege nicht garantieren würden, dass die erste Elf unverändert bliebe. Und doch haben sich durch das 2:1 gegen Heidenheim zumindest auf einigen Positionen Profis festgespielt: Torunarigha beispielsweise dürfte es auch nach völliger Genesung vorerst schwer haben, den linken Platz in der Dreierkette zurückzuerobern, denn: Von allen dort bisher erprobten Verteidigern - Torunarigha, Aboubaka Soumahoro und Daniel Elfadli - hat Letztgenannter in den zurückliegenden drei Halbzeiten den stabilsten Eindruck hinterlassen.
Poulsen hätte im Vollbesitz seiner Kräfte womöglich schneller die Chance, auch wieder zur Startelf zu gehören, und gerade die Ausfallzeiten des als Mittelstürmer und Anführer geholten Dänen werden in der Hansestadt mehr und mehr zum Thema. Polzin macht einerseits deutlich, dass der Stürmer Poulsen vermisst wird, der Typ Poulsen der Mannschaft aber auch im Krankenstand guttut. Die Frage, ob seine Kapitänsentscheidung für den verletzungsanfälligen 31-Jährigen womöglich die Falsche war, stellt sich dem Coach nicht.
Polzin begründet seine Einschätzung so: "Die Erfahrungen, die Yussi in seiner Karriere gesammelt hat, drücken sich ja nicht nur in seinen Spielminuten für uns aus. Es geht ja auch um den tagtäglichen Umgang, um das tagtägliche Führen der Elf. Da nimmt er eine wichtige Rolle ein." Und deshalb steht für den Hamburger Aufstiegstrainer fest: "Es war aus meiner Sicht definitiv die richtige Entscheidung. Wir stehen zu dieser Entscheidung. Sie war gut und sie hilft der Mannschaft."
Möglichst zeitnah soll Poulsen auch aktiv wieder auf dem Feld helfen. Das muss trotz der planmäßig verlaufenen Trainingswoche noch nicht zwingend in Berlin sein, weil Vernunft im Umgang mit dem Ex-Leipziger und dessen Muskulatur oberstes Gebot ist - und weil sich die Personalsituation entspannt darstellt. Einzig Immanuel Pherai wird aus privaten Gründen am Sonntagabend definitiv nicht zur Verfügung stehen.