Im österreichischen Klubfußball kehrt endlich wieder Gerechtigkeit ein! Mit Beginn der Saison 2026/27 wird die Punkteteilung nach acht Jahren wieder abgeschafft - eine Entscheidung, die im Sinne der Fairness nur zu begrüßen ist. Denn trotz der immensen Spannung im Frühjahr war die Punkteteilung aus sportlicher Sicht de facto nicht zu rechtfertigen.
Vor allem für die Vereine im unteren Play-off war die Punkteteilung brutal. Für viele Klubs, die freilich selbst für die Reform verantwortlich waren, stellte der Modus bis kurz vor Saisonende ein unkalkulierbares Risiko mit existenzbedrohenden Folgen dar. Die Teilung verzerrte nämlich nicht nur den sportlichen Wettbewerb, sondern kostete auch reale Arbeitsplätze und finanzielle Ressourcen. Frag nach bei der Admira oder Austria Klagenfurt, die 2022 bzw. 2025 ohne Punkteteilung nicht abgestiegen wären.
Ein verzweifelter Tanz am Abgrund
Aus struktureller Sicht stellte der Modus für die Vereine eine riesige Belastung dar. Wenn sportliche Leistungen plötzlich entwertet werden und sich komfortable Vorsprünge in Luft auflösen, ist schlichtweg nicht an langfristige Planungen und Investitionen zu denken. Mutige und nachhaltige Entscheidungen waren im ohnehin schon fragilen System des österreichischen Klubfußballs, wo die 2. Liga nicht weniger als eine Geldvernichtungsmaschine ist, damit kaum möglich. Weshalb auch der Fußball im unteren Play-off oft einem verzweifelten Tanz am Abgrund glich.
Ihren Zweck, das Meisterschaftsrennen in Österreich spannender zu machen, erfüllte die Reform definitiv. Leidtragender war - wie schon bei der Einführung abzusehen - Red Bull Salzburg. 2023/24 wäre der Meister ohne Punkteteilung nämlich nicht aus Graz, sondern einmal mehr aus der Mozartstadt gekommen. Und wer weiß, ob Sturm ohne fixen Champions-League-Startplatz seinen starken Kader hätte halten können? Von den Millioneneinnahmen in der Königsklasse werden die Steirer allenfalls auch in den kommenden Jahren noch profitieren.
Ein Eigentor war die Punkteteilung trotz mangelnder Fairness nicht. Vielmehr wird sie als Experiment, das insbesondere für die Konsumenten seinen Reiz hatte, in die Geschichte eingehen. Von regelmäßigen Meisterschaftsentscheidungen in der letzten Runde - wie in den vergangenen beiden Spielzeiten - wird sich der österreichische Fußballkonsument ab der kommenden Saison wohl wieder verabschieden müssen. Was trotz der vernünftigen Entscheidung der Bundesligisten freilich ein kleiner Wermutstropfen ist.