Die Goalie-Position ist vermutlich die anspruchsvollste im Fussball, wird doch normalerweise jede Fehler gleich mit einem Gegentor bestraft. So geschehen zuletzt auch bei Marwin Hitz, der im Heimspiel des FC Basel gegen Servette das 0:1 auf seine Kappe nehmen muss, da er einen Pass Torschütze Jeremy Guillemenot direkt in die Füsse spielte.
Trotz dieses Missgeschicks schafft es der routinierte FCB-Goalie bei uns in die Top 3, wobei er nur einem anderen Keeper den Vortritt lassen muss.
1. Anthony Racioppi (FC Sion)
Wir küren Anthony Racioppi vom FC Sion zum besten Keeper der Hinrunde. Der ehemalige YB-Goalie hat sich als absoluten Glücksgriff für die Walliser entpuppt. Er schaffte es gleich fünfmal in unser Team der Runde und damit mehr als jeder andere Schlussmann.
Ausserdem konnte der 26-Jährige sechsmal zu null spielen und über 70 Prozent der gegnerischen Schüsse konnte Racioppi abwehren. Der gebürtige Genfer "klaute" so manchen Punkt für sein Team, denke man doch nur einmal an seine Leistungen in Bern (0:0) oder zu Hause gegen den Grasshopper Club Zürich (2:0), bei dem er auch einen Elfmeter parieren konnte. Er verhinderte gemäss FotMob 4,6 Gegentore und er musste in 18 Partien im Schnitt nur 1,28 Gegentore pro Spiel einstecken.
2. Marwin Hitz (FC Basel 1893)
Ausgerechnet im letzten Pflichtspiel des Jahres 2025 unterlief Marwin Hitz noch ein böser Schnitzer, welcher seine ansonst überzeugende Hinrunde etwas kaschiert. In 19 Partien hat der gebürtige St.Galler nur 20 Gegentore kassiert und damit im Schnitt so wenige wie kein anderer Super-League-Goalie.
Ausserdem hat der Routinier gleich 8,7 Tore verhindert, was ebenfalls Spitzenwert bedeutet. Sieben zu-null-Partien werden ebenfalls von keinem anderen Super-League-Keeper überboten. Der Basler Schlussmann hat zudem etwas mehr als 78 Prozent aller Schüsse auf seinen Kasten pariert. An ihm liegt es definitiv nicht, dass der amtierende Schweizer Meister in der Rückrunde eine kleine Aufholjagd starten muss, wenn es mit der Titelverteidigung klappen soll.
Obwohl Hitz statistisch gesehen in den meisten Belangen die Nummer 1 der Hinrunde gewesen ist, muss er Racioppi den Vortritt lassen. Dies in erster Linie darum, weil der Sion-Schlussmann in einer qualitativ schwächeren Mannschaft einfach einen noch grösseren Einfluss auf sein Team hatte und er seiner Mannschaft mehr Punkte retten konnte als Hitz dem FC Basel.
3. Lawrence Ati Zigi (FC St.Gallen)
Das Goalie-Podest der Hinrunde wird von FCSG-Publikumsliebling Lawrence Ati Zigi komplettiert. Der Schlussmann der Espen ist seit vielen Jahren ein sehr verlässlicher Wert im Tor der Ostschweizer und auch in dieser Spielzeit zeigt der Ghanaer einmal mehr, dass er zu den besten Goalies in der höchsten Schweizer Spielklasse gehört.
Den Saisonstart verpasste er noch aufgrund einer Verletzung, wobei er sehr gut von Lukas Watkowiak vertreten wurde. Sobald er wieder fit war, nahm er seinen Posten als Stammgoalie wieder ein und er zahlte das Vertrauen von Enrico Maassen mit starken Leistungen zurück. In 16 Partien kassierte er nur 20 Gegentore und er konnte fast 75 Prozent aller Schüsse auf seinen Kasten abwehren.
Seine 6,7 verhinderten Tore werden nur von Marwin Hitz überboten und zusammen mit Stefanos Kapino ist Zigi der einzige, der in der Hinrunde gleich zwei Elfmeter parieren konnte. Der FC St.Gallen träumt nach einer überzeugenden ersten Halbserie vom Meistertitel und mit Zigi haben die Espen zumindest einmal einen Torwart, der die nötigen Qualitäten besitzt, um ein Meistergoalie sein zu können.
Loretz und Servette-Goalies verpassen die Top 10
Von den Super-League-Stammgoalies fehlen letztlich Pascal Loretz vom FC Luzern sowie die beiden Servette-Keeper Joel Mall und Jeremy Frick in den Top 10. Servette spielt eine bis dato schwache Saison für ihre Verhältnisse und auch die beiden Schlussmänner wussten in der Hinrunde nicht so richtig zu überzeugen.
Loretz hat die Top 10 vor allem darum verpasst, weil er bei den verhinderten Gegentoren den mit Abstand schwächsten Wert von allen Super-League-Goalies aufweist. So hat er gemäss FotMob über fünf Gegentore zu viel erhalten. Zum Vergleich: Der in dieser Statistik zweitschwächste Goalie, Servette-Keeper Joel Mall, steht bei einem Wert von -3,5.
Auch wenn Kapino vom FC Winterthur die mit Abstand meisten Gegentore (50) erhalten hat, war er über weite Strecken der Hinrunde der beste seines Teams. Ohne ihn sähe die Ausgangslage der Winterthurer im Abstiegskampf wohl noch deutlich düsterer aus.