Als Emmanuel Macron die französischen Weltmeister von 2018 noch in der Kabine nach dem 4:2-Finalsieg über Kroatien belobigte, sorgte Adil Rami für einen Lacher. "Ich möchte mich bedanken …" hatte der Präsident gerade angesetzt, als der Innenverteidiger frech dazwischen grätschte: "… für die Steuern." Dass Rami das Thema offenbar sehr genau auf dem Schirm hat, zeigt auch ein Urteil der FIFA-Streitschlichtungskammer aus dem Jahr 2025.
Die Portugiesen zahlten, dann forderte der Fiskus gut 40.000 Euro
Für den Hintergrund müssen wir einige Jahre zurückgehen, nämlich ins Jahr 2022. Ein Jahr zuvor, im Juli 2021, hatten Rami und Boavista Porto den bis 2022 laufenden Vertrag des Franzosen bei den klammen Portugiesen einvernehmlich beendet und sich auf eine Restzahlung verständigt. Der kam der Klub jedoch nicht nach. Die FIFA verurteilte ihn schließlich zu einer Zahlung von rund 200.000 Euro netto nebst Zinsen, die Boavista mit einer Überweisung von 216.115,74 Euro an den heute 40-Jährigen im Juli 2022 sogar leistete. Im Oktober 2022 dann wandte sich der portugiesische Fiskus an Rami und wollte 41.519,26 Euro für das Steuerjahr 2021.
Diese Summe wiederum wollte der Defensivspezialist, der als Aktiver unter anderem für die AC Milan, den FC Sevilla, Olympique Marseille und Fenerbahce aufgelaufen war, von den Portugiesen einklagen, im Oktober 2024 wandte er sich deshalb erneut an die FIFA. Zu diesem Zeitpunkt war Boavista längst in eine erhebliche, wirtschaftliche Schieflage geraten. Mittlerweile ist der Klub in die 5. Liga (!) zwangsabgestiegen, unter dem luxemburgisch-spanischen Geschäftsmann Gerard Lopez regierte ganz offensichtlich das Chaos.
FIFA schmettert die Klage des Verteidigers ab
Immerhin: Die Steuerzahlung für den Ex-Verteidiger zu übernehmen blieb dem portugiesischen Meister von 2001 erspart. Denn den Richtern des Weltverbandes fehlte beispielsweise der Nachweis von Rami, dass sich die Steuerforderung konkret aus der Zahlung anno 2022 speiste. Zudem erachteten sie es als fragwürdig, dass die Forderung das Steuerjahr 2021 betraf, die Zahlung aber 2022 angewiesen worden war. Die FIFA schmetterte die Klage des 1,90-Meter-Mannes ab.