Eigentlich war Kevin De Bruyne der gefeierte Mann am Montagabend. Mit zwei verwandelten Elfmetern trug der Altmeister maßgeblich dazu bei, dass seine belgische Nationalmannschaft das WM-Qualifikationsspiel in Wales mit 4:2 gewann und das Ticket für 2026 damit direkt vor Augen hat. Doch ein zufälliger Gast stahl De Bruyne die Show, zumindest kurzzeitig: eine Ratte.
Als Schiedsrichter Daniel Siebert die Partie nach gut einer Stunde wegen eines Kopftreffers gerade unterbrochen hatte und sich bereit für den Schiedsrichterball machte, saß das Nagetier auf einmal in der belgischen Hälfte. Torhüter Thibaut Courtois unternahm einen Fangversuch, doch die Ratte entwischte ihm unter dem großen Jubel der Zuschauer im Cardiff City Stadium.
Der walisische Angreifer Brennan Johnson, der kurz zuvor eingewechselt worden war, übernahm und scheuchte den haarigen Flitzer gemächlichen Schrittes nahe der Mittellinie ins Seitenaus. Dort verkroch sich dieser unter dem Bildschirm, der dort für etwaige VAR-Checks platziert war. Johnson wurde vom Publikum frenetisch gefeiert und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.
"Ich sah die Ratte auftauchen und wollte sie aufhalten", berichtete Courtois später über seine ungewöhnliche Begegnung. "Das Publikum hat gejubelt, aber ich konnte sie nicht erwischen." Auch dann wäre dem Tier aber offenbar nichts passiert. "Was ich getan hätte, wenn ich die Ratte tatsächlich gefangen hätte? Ich hätte sie brav hinter die Bande zurückgebracht. Ich hätte ihr sicher nichts getan."
Wenig später hatte De Bruyne mit seinem Doppelpack auf 3:1 gestellt und damit die Vorentscheidung herbeigeführt. Während den Belgiern nun am 15. November in Kasachstan unabhängig von Ergebnissen der Konkurrenz ein Sieg genügt, um das WM-Ticket zu lösen, liegt Wales drei Punkte hinter den zweitplatzierten Nordmazedoniern, die allerdings bereits eine Partie mehr absolviert haben. Für die Elf von Trainer Craig Bellamy geht es im November zunächst in Liechtenstein weiter.