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Ruthenbecks Schelte für Inter: "Sie sind nicht gut erzogen"

kicker

Nach 95 Minuten Spielzeit war der 1. FC Köln geschlagen. "Es ist total bitter, die Jungs waren am Heulen", schilderte Trainer Stefan Ruthenbeck die Gemütslage nach der 1:3-Niederlage gegen Inter Mailand. In der Youth League hatte sich die U 19 der Geißböcke lange wacker geschlagen, zwischenzeitlich ausgeglichen - und dann zwei späte K.-o.-Treffer kassiert. "So hart und so bitter kann Fußball sein", sagte der 54-Jährige.

Für Aufregung sorgte dabei das Verhalten der Gästespieler, genau wie ihre Kölner Pendants noch im Teenageralter. Vor 50.000 Fans im Müngersdorfer Stadion bejubelte Dilan Zarate seinen Treffer zum 2:1 vor der Kölner Südkurve, genauso wie Roberts Kukulis seinen Schuss ins leere Tor zum 3:1.

Bierbecher flogen auf die Jubelnden

Ein Verhalten, das Ruthenbeck scharf kritisierte. "Ich hätte es meinen Jungs verboten, wenn wir in Mailand gespielt hätten. Das gehört sich einfach nicht, das ist nicht in Ordnung", stellte der Nachwuchscoach klar. Noch kurz vor dem Anpfiff hatten beide Teams gemeinsam ein Transparent mit der Aufschrift "FootbAll" präsentiert, das unter anderem für Inklusion und gegen Diskriminierung Flagge zeigen soll. "Und dann machen die Mailänder so eine Show", moserte Ruthenbeck. Er wurde deutlich: "Das geht mir auf den Sack. Da sind sie nicht gut erzogen. In der Fankurve des Gegners hast du nichts verloren, das lernst du ganz früh. Sind wir mal froh, dass nichts passiert ist."

Bierbecher flogen sehr wohl in Richtung der jubelnden Inter-Talente, mehr allerdings passierte nicht. Allerdings nicht der einzige Zwischenfall: Ein Flitzer sorgte ausgerechnet in der turbulenten Schlussphase für eine längere Unterbrechung, am Ende landete der junge Mann in Ruthenbecks Armen, bevor er abgeführt wurde.

Es gab auch aufmunternde Worte

"Auch das müssen die Jungs lernen, damit umzugehen", betonte Ruthenbeck, der grundsätzlich auch das Verhalten der Gästemannschaft mit vielen Pausen und vermeintlichen Verletzungen monierte. "Das Gamemanegement mit langen Pausen kann man auch als nicht fair bezeichnen", sagte er und gab zu: "Schlussendlich hat es uns den Rhythmus genommen, da waren sie schlauer als wir. Es hat vielleicht die etwas clevere Mannschaft gewonnen."

Und trotzdem fand Ruthenbeck auch aufmunternde Worte. "Unterm Strich haben wir einem großen Klub mehr als nur Paroli geboten", lobte er. Den Schmerz der Niederlage dürfte das zumindest ein wenig mildern.