Obwohl Rot-Weiss Essen schon am vergangenen Samstag gespielt hat, dürfte auch am Sonntagnachmittag nochmal mindestens ein Lächeln über die Gesichter all jener gehuscht sein, die es mit dem Traditionsklub halten. Denn nachdem RWE tags zuvor sein Heimspiel an der Hafenstraße souverän mit 4:1 gegen den FC Ingolstadt gewonnen hatte, half dann auch Spitzenreiter Osnabrück mit, dem Wochenende einen perfekten Anstrich zu verpassen: Die Niedersachsen überwanden Energie Cottbus mit 1:0 und sorgten somit dafür, dass RWE bereits mit einem Vier-Punkte-Polster auf den Relegationsplatz in die finalen fünf Spieltage gehen.
Die halten aber gleich einen richtig dicken Brocken bereit, denn mit den Cottbusern erwartet die Essener am Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) nun jener Klub, der ebenjenen 3. Platz innehat und nach der Osnabrück-Niederlage vor heimischem Publikum nach Wiedergutmachung lechzt.
Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz kann bei seiner Vorbereitung dabei nicht nur aus dem 3:2-Hinspielsieg in Essen zehren, sondern auch personell aus dem Vollen schöpfen, weil sich keiner seiner sechs vorbelasteten Spieler eine Sperre einhandelte.
„Wir haben jetzt noch fünf Spiele und werden alles tun, um bis zum Saisonende auf dem Aufstiegsplatz zu bleiben.“ (Ramien Safi)
Doch zu verstecken braucht sich RWE mitnichten, spricht doch der jüngste Lauf mit sieben (!) Ligasiegen in Folge klar für die Elf von Trainer Uwe Koschinat. Ein Sieg in Cottbus, und der direkte Konkurrent wäre gar um sieben Punkte distanziert. "Wir haben jetzt noch fünf Spiele und werden alles tun, um bis zum Saisonende auf dem Aufstiegsplatz zu bleiben", gibt Offensivmann Ramien Safi vor dem Spitzenspiel die Marschroute vor.
Drei seiner acht Drittliga-Tore erzielte Safi gegen Cottbus
Und jener Safi ist es auch, der gewissermaßen einen weiteren "Vorteil" in das kommende Spiel mitbringt. Denn der 26 Jahre alte Offensiv-Allrounder, der seit Sommer 2024 für die Essener aufläuft, hat in den vergangenen zwei Jahren insbesondere an einem Gegner Gefallen gefunden: Energie Cottbus. Schließlich hat Safi drei seiner acht Drittliga-Tore gegen den FCE erzielt und damit in der Vorsaison für die volle Punkte-Ausbeute gegen die Lausitzer gesorgt: Im Hinspiel an der Hafenstraße traf Safi beim 4:0-Sieg doppelt, beim Wiedersehen in Cottbus erzielte er dann gar das einzige und somit entscheidende Tor zum 1:0.
Klappt es für ihn und seine Kollegen nun auch in Cottbus, wäre das ein weiterer Schritt in Richtung Rückkehr in die 2. Bundesliga, aus der RWE seit der Saison 2006/07 zwischenzeitlich gar in die fünftklassige NRW-Liga abgestiegen war. Für Safi selbst ging der "Aufstieg" gar noch eine Liga tiefer los, bis 2019 spielte er in der Landesliga, ehe er über Oberliga und Regionalliga zu RWE fand. "Ich muss mich manchmal selbst kneifen", sagt er mit einem Grinsen. "Es war immer mein Traum, so hoch wie möglich zu spielen." Ein Traum, der sich bei RWE nun ein weiteres Mal erfüllen könnte.