Im Sommer schien sich seine Perspektive deutlich eingetrübt zu haben. Ein halbes Jahr später kann Luca Schuler auf eine Hinrunde zurückblicken, in der er sich nach seinem Comeback stark zurückgemeldet hat und zu einem Faktor in der Offensive von Hertha BSC wurde. Sieben Tore in 14 Pflichtspielen - diese Bilanz lässt sich sehen. "Es ist in Ordnung, aber ich bin noch nicht zufrieden", sagte Schuler in einer Medienrunde im Trainingslager in Lagos an der Algarveküste. "Es darf noch das eine oder andere Tor dazukommen. Die Chancen, die ich habe, will ich reinmachen und effizient bleiben."
Weniger Krafttraining, mehr konditionelle Einheiten
Dass ein Angreifer immer am Ende der Produktionskette steht und auf Zuarbeit angewiesen ist, ist Schuler klar. Seine Torausbeute, mit der er das teaminterne Ranking anführt, hänge auch mit der "Hilfe der Mitspieler" zusammen, "die mich sehr, sehr gut eingesetzt haben". Auch in seiner Herangehensweise hat der 26-Jährige ein bisschen was verändert: "Ich habe einige Dinge bei mir angepasst: die Ernährung und meine Art und Weise zu trainieren." Er hat den Umfang des Krafttrainings reduziert und macht "dafür einige konditionelle Einheiten mehr: Grundlagenausdauer, Box-to-Box-Läufe. Es sind Kleinigkeiten, aber das tut mir gut." Denn für sein Spiel, das weiß auch Schuler, "ist der körperliche Zustand sehr, sehr entscheidend".
Kownacki, Schuler, Grönning: "Es ist ein offener Kampf"
Zwischen April und September zwang ihn eine hartnäckige Hüftverletzung, deren Ursache ein Beckenschiefstand war, zum Zuschauen. Bei 100 Prozent wähnt sich der Angreifer noch nicht, aber die Trainingslager-Woche sei "dafür da, um sich die letzten fehlenden Körner noch zu holen".
Auch wenn Dawid Kownacki wegen eines Infekts am Samstag nicht mit der Mannschaft nach Portugal reisen konnte, wird es in der Rückrunde mutmaßlich jener Dreikampf im Angriff, von dem Hertha schon am Ende der Hinrunde profitiert hat. "Seba (Sebastian Grönning, d. Red.) ist genauso fit, Dawid wird sicherlich frühzeitig dazukommen, und dann ist es ein offener Kampf", sagte Schuler. "Dann entscheidet der Trainer, was er braucht, was gefragt und wer am fittesten ist und den besten Eindruck macht." Schulers Hinrunde, soviel ist sicher, war nicht das schlechteste Bewerbungsschreiben.