Schuld war möglicherweise der plötzliche Wetterumschwung von sonnig-warm zu nass-kalt, dass Lucas Höler, Philipp Lienhart und Cyriaque Irié sich für den Europa-League-Auftakt gegen den FC Basel erkrankt abgemeldet hatten. Im Liga-Heimspiel gegen Hoffenheim (Sonntag, 15.30 Uhr) könnten sie aber schon wieder im Kader stehen. "Den angeschlagenen Spielern geht es besser, sie haben es überstanden. Wir haben sie entsprechend ins Training eingebaut", berichtete Trainer Julian Schuster zwei Tage nach dem 2:1-Sieg gegen die Schweizer. "Wir schauen dann aufs Wochenende hin, für was es reicht."
Zwingend ändern muss der SC-Coach seine Startelf aber nur auf einer Position, denn der auch gegen Basel wieder auffällige Johan Manzambi ist in der Liga noch rotgesperrt. Da aus dem "intensiven Spiel" am Mittwochabend "alle gesund rausgekommen sind", wie Schuster sagte, könnte es auch bei dieser einen Änderung bleiben. "Wir sind erst am Beginn der englischen Wochen, die Jungs sind fit - wir können aus allem schöpfen, je nach Herangehensweise." Es sei zwar immer schade, wenn Spieler ausfallen würden, "aber auf der anderen Seite sieht man dann auch schnell wieder die Möglichkeiten und Chancen". Das bezog er ganz konkret zum Beispiel auf Verteidiger Anthony Jung, der als Lienhart-Ersatz einen "souveränen" Einsatz hatte, "genau das haben wir uns erhofft mit seiner Verpflichtung".
Beim kommenden Gegner habe es viele Neuzugänge gegeben, die zu einer im Vergleich zur Vorsaison veränderten Besetzung der TSG geführt hätten, sagte der SC-Trainer. Hoffenheim habe sich "gefestigt und gefunden", und dazu würden auch die "torgefährlichen Neuzugänge" beitragen. "Sie sind eine interessante Mannschaft, die sehr hoch pressen und unangenehm sein kann", so Schuster. "Es ist ein ordentliches Paket, das wir am Sonntag zu bearbeiten haben." Auch bei der 1:4-Niederlage gegen München habe die TSG "ein gutes Spiel gezeigt, und sie hätten da in Führung gehen können".
Ein Sieg in Leverkusen (2:1), eine Heimniederlage gegen Frankfurt (1:3), ein Auswärtssieg bei Union Berlin (4:2) und die Heimniederlage gegen den FC Bayern stehen bisher auf Hoffenheims Konto. "Aus dem Programm mit sechs Punkten herauszugehen, ist gut", findet Schuster. Genauso viele haben auch die Freiburger gesammelt, die sich aus den ersten Spielen gegen Augsburg und in Köln sicherlich mehr erhofft hatten, die Auftaktniederlagen aber nach drei Pflichtspielsiegen in Folge abgehakt haben. "Wir wollen gut regenerieren und wir wollen natürlich den Schwung mitnehmen", betonte Vincenzo Grifo vor dem Spiel gegen seinen früheren Arbeitgeber. "Meine Ex-Mannschaft ist sehr gut drauf, die werden uns nichts schenken. Wir werden sie analysieren und dann schauen wir, wohin die Reise geht."
Für die Analyse ist seit der vergangenen Saison beim Sport-Club Franz-Georg Wieland zuständig, der von Kapitän Christian Günter das Lob erhielt, die Mannschaft akribisch und perfekt vorzubereiten. "Unsere Analyseabteilung ist recht überschaubar im Vergleich zu anderen Vereinen, aber da sehen wir einen großen Vorteil darin, dass wir das dann auch entsprechend verteilen", erklärte Schuster. Wieland sei sehr fleißig und durch seine Technikaffinität sehr schnell. "Im gesamten Zusammenspiel im Trainer-Team sind da einfach gute Abläufe, dass wir im Idealfall den Jungs genau dieses Gefühl vermitteln, dass sie perfekt vorbereitet sind." Wenn die Tage zwischen den Spielen durch die Donnerstagsbegegnungen im Europapokal weniger werden, sieht er darin aber noch mal eine größere Herausforderung. Die nächste Reise führt den Sport-Club kommende Woche zum FC Bologna.