"Wild beschreibt dieses Spiel ganz gut", stellte Schäfer nach dem 1:0-Sieg beim VfL bei Sky fest und verwies direkt auf die Chancenflut, die man in der Volkswagen Arena (22:20 Torschüsse) zu sehen bekommen hatte. "Wenn du so viele Torschüsse zulässt, dann muss man sagen, dass defensiv nicht ganz so geschlossen und konsequent agiert, wie man sich das wünscht - und ich spreche von beiden Mannschaften."
Mit der Leistung der Leipziger in Hälfte sei der 41-Jährige einverstanden, wenngleich man auch höher in Führung hätte gehen können. "Aber ich bin ganz ehrlich: Mit der zweiten Halbzeit bin ich nicht so einverstanden, weil wir es nicht geschafft haben, die Kontrolle zu behalten und Ruhe in unser Spiel reinzubekommen. Wir müssen ehrlich zu uns selbst sein, wir haben in der einen oder anderen Situation auch Glück gehabt und können uns bei Pete (Gulacsi, die. Red.) bedanken."
Dinge, die man hätte besser machen können, führte auch Peter Gulacsi selbst an. Dem Torhüter zufolge sei es zwar klar, "dass man Druckphasen hat, wenn die andere Mannschaft Mann-gegen-Mann spielt und All-in geht", man hätte aber "die Momente, in denen wir uns befreit haben" besser ausspielen müssen. Das dürfte in der Nachbearbeitung "sicherlich Thema" werden.
Licht und Schatten bei RB
Für Schäfer ist klar, dass es "vom Auftritt und der Art und Weise trotz des Sieges nicht ganz das war, was wir uns vielleicht wünschen würden. Es gibt ein paar Dinge, die wir gut gemacht haben, aber es gibt genauso viele Dinge, die wir schleunigst abarbeiten und verbessern müssen." Die Abwehr etwa, die in Wolfsburg nicht wirklich griffig war und dem VfL einen Haufen Abschlüsse gestattete.
"Wenn wir so viele Räume freigeben und teilweise so viele Chancen zulassen", dann kann das auch ganz schön schiefgehen, weiß auch Schäfer - so wie es eben zum Ligastart beim 0:6 in München der Fall war. "Wenn ein Olise oder ein Diaz auf dem Platz gewesen wären, geschweige denn ein Harry Kane, dann muss man sagen, dann erklärt sich das Ergebnis in München."
Und dennoch sieht es gut aus: Zwölf Punkte, vier Siege in Serie und Platz drei, das kann sich sehen lassen. "Das ist auch nicht selbstverständlich", weiß Schäfer, für den es eben eminent wichtig ist, "die Dinge nüchtern und realistisch einzuordnen und wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns." Gulacsi merkte dabei an, dass sich die Sachsen "noch in einer Phase befinden, wo wir nicht alles perfekt machen, aber man sieht schon die Entwicklung. Wir wollen weiter machen. Und nächste Woche ist ein Topspiel in Dortmund, wo wir uns wieder zeigen können."