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Selbstkritische Schalker stemmen sich gegen den Schlendrian

kicker

Bereits nach dem 2:0-Sieg bei Fortuna Düsseldorf hatte Trainer Miron Muslic - ungeachtet der Tatsache, dass sich Schalke mal wieder kein Gegentor fing - die grundsätzliche Abwehrstabilität seiner Mannschaft moniert, aber auch der gesamte Auftritt habe wenig Glanz versprüht. War das seinerzeit Meckern auf hohem Niveau?

Nein, der Trainer hat damit ein sehr feines Gespür bewiesen. Er wirkte damit früh einem Trend entgegen, der sich auf keinen Fall einschleichen darf.

Nach der herausragenden Darbietung gegen den in der Folge entthronten Tabellenführer SC Paderborn Ende November (2:1) hat Schalke 04 nicht nur gegen Düsseldorf, sondern zuletzt auch gegen den 1. FC Nürnberg sportlich wenig überzeugt. Muslic, aber auch die Mannschaft gehen selbstkritisch damit um.

Kritische Worte von Karius

Loris Karius hatte schon in der Vorbereitung auf das Spiel gegen Nürnberg einen "Schlendrian im Training" ausgemacht, wie der Torhüter nach dem 1:0-Sieg am Wochenende verriet. "Wenn man da nicht bei 100 Prozent ist, ist es schwer, den Schalter auch im Spiel umzulegen."

Der Keeper dürfte sich bestätigt gefühlt haben angesichts dessen, was er in den 90 Minuten gegen die Freunde vom Club wahrnahm. "Von hinten sah es nicht so gut aus, auch in der Woche davor war es durchwachsen", monierte er und verband dies mit einer Forderung: "Wir müssen schauen, dass wir das Niveau jetzt wieder heben."

An diesem Mittwoch begann die Vorbereitung auf das Hinrundenfinale bei Eintracht Braunschweig am Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker). Mit einem Dreier würde Schalke, das derzeit bei 37 Zählern steht, einen weiteren Meilenstein legen. "40 Punkte nach der Hinrunde wären sensationell, es würde mir nochmal deutlich mehr bedeuten" als die vorzeitig eingetütete Herbstmeisterschaft, gibt Karius zu.

Mit ihm im Tor hat Schalke schon neunmal zu null gespielt und in den übrigen sieben Liga-Partien nur acht Gegentore kassiert, mehr als zwei Gegentreffer waren es lediglich ein einziges Mal im Pokal gegen Darmstadt (0:4). Das ist eine absolut herausragende Leistung. Karius nennt es "unser Fundament, auf dem alles aufbaut. Es ist wichtig für unser Spiel, weil wir häufig nur ein Tor schießen. Da muss man die Null halten, um zu gewinnen."

Offensiv weiterhin zu harmlos

Der Torwart spricht damit indirekt ein Thema an, das die Schalker intensiv beschäftigt: Sie sind offensiv zu harmlos. Die Königsblauen haben erst 21 Treffer erzielt. Zum Vergleich: Das Team am anderen Ende der Tabelle, Schlusslicht Dynamo Dresden, kommt auf 23 …

Kapitän Kenan Karaman hat bisher sechs Saisontore auf dem Konto (davon vier per Elfmeter), Moussa Sylla steht als zweitbester Schütze bei vier. Sturm-Alternativen sind kaum in Sicht, Bryan Lasme (Innenbandverletzung) und Emil Höjlund (Ferse) beispielsweise fallen monatelang aus. Der nach längerer Pause zurückgekehrte Christian Gomis, mit einer Million Euro Ablöse Schalkes Königstransfer im vergangenen Sommer, gilt noch nicht als Garant für viele Tore.

Schalke braucht einen Torjäger

Sportvorstand Frank Baumann muss also versuchen, für die Rückrunde, die am 17. Januar mit dem Auswärtsspiel bei Hertha BSC beginnt und acht Tage später mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern ihre Fortsetzung erfährt, einen entsprechenden Torjäger zu verpflichten, um die Wahrscheinlichkeit des Aufstiegs zu erhöhen.

Die bisherige Ausbeute des Fast-Absteigers der vergangenen beiden Saisons ist aktuell nicht hoch genug zu bewerten, gleichzeitig gibt es einige Baustellen, an denen Muslic und Co. arbeiten müssen. Ballbesitz-Fußball ist nicht gerade das Steckenpferd der Pressingmaschine aus dem Pott, die Konterstärke lässt bislang zu wünschen übrig, zudem konnte Schalke weder in Münster noch gegen Düsseldorf in Überzahl überzeugen.

Schalke bejubelt die Herbstmeisterschaft, der Blick auf die kommenden Wochen ruft aber gemischte Gefühle hervor. Die Fallhöhe ist nicht zu unterschätzen, Muslic und auch Sportdirektor Youri Mulder warnten daher nach den Auftritten gegen Düsseldorf und Nürnberg bewusst forsch: "So wird es in der Rückrunde nicht reichen."