Die Oberliga Schleswig-Holstein hat einen neuen U-20-Nationalspieler. Offensivspieler Ilir Serifi debütierte in der vergangenen Woche für Nordmazedonien. Für den 20-Jährigen ging ein Traum auf dem Weg in den Profifußball in Erfüllung. Serifi glänzt beim VfR Neumünster in dieser Saison bis zur Winterpause mit acht Treffern und drei Assists. Sein Coach Danny Cornelius kann die guten Leistungen seines Youngsters nur bestätigen. "Man merkt, dass bei uns nicht nur das Ergebnis eine Rolle spielt, sondern auch die Entwicklung der Spieler. Er bringt uns mit guten Leistungen weiter und es freut mich riesig. Die Nominierung hat er sich verdient. Das erfüllt mich mit Stolz", sagt der Ex-Profi.
30 Minuten durfte sein Schützling gegen die U 21 von Liechtenstein in Schaan (eine Gemeinde im Oberland des Fürstentums Liechtenstein, Anm. d. Red.) sein Können zeigen. Begeistert berichtet Serifi: "In dieser halben Stunde habe ich als Zehner überzeugen können und keine Fehler gemacht." Und weiter: "Es war mir eine Ehre, für Nordmazedonien spielen zu dürfen und es war ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde."
Bald gegen Italiens Talente?
Eine weitere Überraschung kam zudem noch nach der Partie. Serifi winkt eine Nominierung für die U 21 seines Landes. "Am Tag der Abreise sagten die Verantwortlichen zu mir, dass sie dem Trainer der U 21-Nationalmannschaft eine Empfehlung geben würden, um mich für das nächste Match gegen die U 21 von Italien zu nominieren. Ich muss aber dennoch auf die offizielle, schriftliche Einladung warten", so Serifi voller Selbstbewusstsein.
Für ihn ging es die letzten Monate stetig bergauf. Er sei gespannt, was noch so alles auf ihn zukommt in der Zukunft. Trotz seiner jungen Jahre ist er schon viel herumgekommen im Fußball. Angefangen hat er mit vier Jahren beim MSV Hamburg. Von dort ging es zum Kiezklub FC St. Pauli. Dort spielte er sich dann durch gute Leistungen in die Notizbücher des Hamburger SV und wechselte tatsächlich zu den Rothosen.
Corona beendet Spanien-Zeit
Im Sommer 2017 wagte Serifi den großen Schritt nach Spanien zum CEE Collblanc Torrassa. Auch in der Fußballschule des FC Barcelona kickte er. Jedoch sorgte nach drei Jahren in Barcelona die Corona-Pandemie für die Rückkehr nach Deutschland. Sein Weg führte ihn zum VfB Lübeck, wo er in der B- und A-Jugend jeweils Torschützenkönig wurde. Während dieser Zeit - genauer im Jahr 2022 - stand Serifi in der U 18 des DFB bei den Trainern Heiko Westermann und Christian Wörns auf Abruf bereit. Den Schritt in den Seniorenbereich machte Serifi dann beim VfR Neumünster im Sommer 2023.
Er setzt voll auf die Karte Fußball und hat einen großen Traum. "Ich möchte in den Profifußball. Am liebsten in Deutschland, Italien oder Spanien", sagt der Juniorennationalspieler. Doch auch ein Angebot eines Top-Klubs aus Nordmazedonien würde er nicht ausschlagen. Sein Wissen vermittelt Serifi an Jugendliche weiter. Nach dem Fachabitur absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung. Mittlerweile hat er in Hamburg seine eigene Trainerakademie gegründet.