Am Montagabend bestätigte der FC Liverpool, dass sich Alexander Isak wegen einer Knöchelverletzung samt Wadenbeinbruch einer Operation unterzogen hat, ließ eine wichtige Frage aber unbeantwortet. Eine ungefähre Ausfallzeit wollten die Reds nicht nennen - das holte Arne Slot einen Tag später nach.
Isak werde "für einige Monate" ausfallen, bestätigte der Trainer auf seiner Pressekonferenz, was bereits allseits angenommen worden war. "Das ist eine große, große, große Enttäuschung für ihn und natürlich auch für uns." Slot zeigte sich zwar zuversichtlich, dass die Saison für seinen Angreifer noch nicht beendet ist, eine Erfolgsstory wird diese aber gewiss nicht mehr.
"Es war eine wirklich herausfordernde und schwierige Zeit für ihn", blickt Slot mitfühlend auf die ersten Monate zurück, die der Premier-League-Rekordeinkauf in Liverpool verlebte. "Man wechselt zu einem neuen Klub, ist hochmotiviert und möchte sofort seine Qualitäten unter Beweis stellen, aber das ist einfach unmöglich, wenn man zwei oder drei Monate lang nicht auf hohem Niveau trainiert hat."
Isak hatte den ganzen Sommer über allein trainiert im Rahmen des am Ende erfolgreichen Vorhabens, sich aus Newcastle wegzustreiken. Entsprechend groß war sein physischer Rückstand. "Wir wussten, dass es Monate dauern würde. Deshalb ist es so unglücklich, dass er sich jetzt verletzt hat, denn wie wir alle bei seinen Toren gegen West Ham und Tottenham gesehen haben, ist er dem Spieler, der er bei Newcastle war, wieder nähergekommen", hadert Slot.
Slot über van de Ven: "Wenn du das zehnmal machst ..."
Gegen Tottenham hatte Isak am Samstag als Joker mit seinem zweiten Ligator das zwischenzeitliche 2:0 erzielt, war beim Torabschluss aber rüde von Spurs-Verteidiger Micky van de Ven abgegrätscht worden. "Das war eine rücksichtslose Aktion", echauffierte sich Slot über seinen niederländischen Landsmann. Während Teamkollege Xavi zuvor wegen eines unnötigen, aber auch unglücklichen Tritts in Virgil van Dijks Wade Rot gesehen hatte, war der Ex-Wolfsburger nicht einmal verwarnt worden.
Xavi habe van Dijk "komplett unabsichtlich" getroffen, urteilte Slot. "Ich glaube nicht, dass du bei einem Tackling wie diesem jemals eine Verletzung davontragen wirst. Aber das von van de Ven ... Wenn du das zehnmal machst, hast du zehnmal eine große Chance, dass sich der Spieler schwer verletzt."
Semenyos hohe Ausstiegsklausel
Längst prüfen Liverpools Verantwortliche, ob sie wegen Isaks Ausfall auf dem Transfermarkt noch einmal nachlegen müssen. Im Raum steht bereits eine Rückholaktion von Harvey Elliott, der eigentlich samt Kaufpflicht an Aston Villa verliehen ist, es dort aber seit Wochen nicht einmal in den Kader schafft.
Auch Bournemouths Shootingstar Antoine Semenyo (16 Spiele, acht Tore, drei Assists), der im Januar über eine Ausstiegsklausel in Höhe von umgerechnet 74 Millionen Euro verfügen soll, könnte Thema werden, auch wenn die Konkurrenz groß ist und die Reds nach der Transferoffensive im Sommer "nicht unendlich viel Geld" (Slot) übrig haben. Semenyo ist zwar Ghanaer, beim Afrika-Cup aber nicht dabei, weil die Black Stars die Qualifikation verpassten.
Als Slot am Dienstag zu beiden Offensivkräften gefragt wurde, stellte er sich taub. "Ich konzentriere mich voll auf die kommenden beiden schweren Spiele", entgegnete er nur und ließ sich später im Fall Elliott nur entlocken, dass dieser "Spieler von Aston Villa" sei und eigentlich "die gesamte Saison dort bleiben soll". Im Übrigen möge man Fragen zum 22-Jährigen doch bitte direkt in Birmingham stellen.