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Wolfsburgs "Komplettausfall" mit drei Rekorden

kicker

Pirmin Schwegler holte erst einmal aus und suchte nach Erklärungsansätzen für das soeben erlebte. Den Versuch, das 1:8-Debakel beim FC Bayern München auf einzelne Aktionen runterzubrechen, verwarf der Wolfsburger Sportdirektor aber schnell - und brach das, was der VfL in der zweiten Halbzeit fabrizierte, bei DAZN auf einen Begriff runter: "Komplettausfall". Trainer Daniel Bauer stellte klar: "So dürfen wir uns nicht präsentieren."

Zum 29. Mal war der VfL in der Bundesliga zu den Bayern gereist, zum 27. Mal gab es eine Niederlage (bei zwei Remis). Aber am Sonntagabend war es eine, die sich gewaschen hatte. Hatten die Wolfsburger im ersten Durchgang noch gut mitgehalten, die Bayern mit teils hohem Pressing und schnellem Umschaltspiel immer wieder vor Herausforderungen gestellt und sich mit einem 1:2 zur Pause für die Phase nach Wiederanpfiff alle Möglichkeiten offengehalten, war davon in den zweiten 45 Minuten nichts mehr zu sehen.

„Dann darf man nicht so einbrechen, wie wir es gemacht haben. Das 1:8 ist schon wirklich peinlich.“ (Kilian Fischer)

"Wir haben uns für die zweite Halbzeit genau das Gleiche vorgenommen: Druck hochhalten und auf Ballgewinne warten", berichtete Rechtsverteidiger Kilian Fischer, dessen frühes Eigentor zum 0:1 die Niedersachsen noch mit dem 1:1 in der 13. Minute hatten wettmachen können. "Aber wir kommen viel zu schlecht aus der Halbzeit, kassieren schnell zwei Tore - und dann darf man nicht so einbrechen, wie wir es gemacht haben." In der 50. Minute fiel das 1:3, nur drei Minuten später stand es 1:4 - und die Wolfsburger Moral war gebrochen, fortan ließ sich die Mannschaft überrollen. "Das 1:8", fand Fischer, "ist schon wirklich peinlich." Und die bislang höchste Bundesliga-Niederlage der Wolfsburger obendrein.

VfL bricht Eigentor-Saisonrekord am 16. Spieltag

Mit zwei Eigentoren beim 1:8 sorgte der VfL für zwei weitere negative Bestmarken: Nach den Eigentoren von Konstantinos Koulierakis am 14. Spieltag beim 3:1 in Gladbach sowie dem von Jenson Seelt an Spieltag 15 gegen Freiburg (3:4) stieg die Anzahl der Treffer ins eigene Netz durch Fischer und Moritz Jenz nun auf vier in der laufenden Saison. Das ist zum einen Wolfsburger Vereinsrekord, vier Eigentore in drei Spielen sind zudem einmalig in der Geschichte der Bundesliga.

"So bestehst du in der Bundesliga nicht, wenn du nicht verteidigst", wurde Schwegler deutlich. "Das müssen wir schleunigst ablegen." Bauer bat um Entschuldigung bei den Fans, die "viel Aufwand betrieben haben, um uns bei dem Wetter zu unterstützen"- und stattdessen eine "sehr, sehr enttäuschende und sehr, sehr herbe Niederlage" erleben mussten.

Jetzt folgen vier direkte Duelle im Abstiegskampf

Mit nun 36 Gegentoren in 16 Spielen stellt der VfL gemeinsam mit dem 1. FC Heidenheim die schwächste Defensive der Liga, vor dem Hinrundenabschluss heißt die Realität deshalb weiterhin Abstiegskampf. Das Positive daran: Der Spielplan beschert dem Meister von 2009 nun gleich vier Duelle gegen direkte Konkurrenten - und das erste davon bereits am Mittwoch zuhause gegen den FC St. Pauli (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker), der nach der Spielabsage gegen Leipzig zwar ausgeruht, aber eben auch ohne Spielpraxis in die Autostadt reist.

Fischer sieht den straffen Spielplan nach der Abreibung in München als Vorteil. "Wir haben gar nicht so viel Zeit, das aufzuarbeiten", so der Rechtsverteidiger, der forderte: "Mund abputzen" - und dann "Vollgas" gegen St. Pauli. Und auch Schwegler stellte klar: "Das einzig Gute ist, dass wir am Mittwoch schon wieder eine Reaktion zeigen können - und die brauchen wir."