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Spielabbruch mit kuriosen Folgen in Belgien - Wilmots schimpft

kicker

Standard Lüttich und der Royal Antwerp FC haben schon bessere Zeiten erlebt. Jetzt stehen die beiden mehrmaligen belgischen Meister auch noch im Mittelpunkt einer unwürdigen Posse in der Jupiler Pro League.

Am Freitagabend steuerte Lüttich zuhause gegen Antwerpen auf einen 1:0-Sieg zu, ehe Schiedsrichter Lothar D'hondt das Eröffnungsspiel des elften Spieltags in der 88. Minute abbrach. Kurz zuvor war der 31-Jährige zum bereits dritten Mal an diesem Abend Zielscheibe von Becherwürfen der Heimfans geworden und war von einem der Plastikbehälter am Rücken getroffen worden.

Dass die Standard-Fans trotz der 1:0-Führung derart schäumten, hatte mit der Roten Karte gegen Mittelfeldmann Adnane Abid zu tun, den D'hondt in der 40. Minute für ein grobes Foul vorzeitig zum Duschen geschickt hatte. Schon die beiden vorangegangenen Ligaspiele gegen Club Brügge (1:2) und RSC Anderlecht (0:1) hatte Lüttich in Unterzahl beenden müssen.

"Jetzt sind die Schiedsrichter die Stars - das geht mir langsam auf die Nerven"

Nach der zweiten Becher-Flut hatte D'hondt die Spieler rund 20 Minuten vor Schluss bereits für zehn Minuten in die Kabine geschickt, doch das beruhigte die Gemüter auf den Rängen ebenso wenig wie ermahnende Stadiondurchsagen. Die Folge des Spielabbruchs: Die restlichen drei Minuten plus Nachspielzeit müssen nun vor leeren Rängen nachgeholt werden, angesetzt ist das Wiedersehen für den kommenden Montag um 15 Uhr.

Lüttichs Sportdirektor Marc Wilmots hatte für den Spielabbruch kein Verständnis. "Die Spieler kämpfen ein ganzes Spiel lang, und weil jemand etwas wirft, pfeift man das Spiel ab? Ich bin enttäuscht, vor allem für den belgischen Fußball. Jetzt sind die Schiedsrichter die Stars. Das geht mir langsam auf die Nerven", schimpfte der Ex-Schalker und frühere belgische Nationaltrainer bei DAZN.

Der Becherwerfer, der D'hondt traf, ist nach Angaben von Standard bereits identifiziert worden. Ihn erwartet ein Stadionverbot und eine Klage auf Schadensersatz. Lüttich war als Tabellenzwölfter, Antwerpen als 13. in den Spieltag der 16er-Liga gegangen.