Fehlercode: %{errorCode}

Stadtduell im Schatten der Krise: Schwaben und FCA II ringen um den Befreiungsschlag

kicker

Derbys sind im Fußball so etwas wie das Salz in der Suppe. Da die Bundesliga am kommenden Wochenende pausiert, rückt das Augsburger Stadtduell in der Regionalliga Bayern in den Fokus der Fuggerstädter Fans. Dass es zwischen dem TSV Schwaben und der U 23 des FCA am Sonntag (14 Uhr/Rosenaustadion) zugleich ein echtes Kellerduell ist, spielt dabei kaum eine Rolle.

Der nach zwölf Spielen immer noch sieglose TSV Schwaben nimmt in der Königsklasse des Freistaates den letzten Tabellenplatz ein, Lokalrivale FCA II ist nur einen Rang besser platziert, das Abstiegsgespenst kreist tief über der Stadt.

Zweifache Spielverlegung

Dass diese Partie, die ursprünglich am Freitag stattfinden sollte und zunächst wegen Flutlichtproblemen im Rosenaustadion auf Samstag verlegt wurde, nun aber am Sonntag angepfiffen wird, hat einen einfachen Grund: Der FCA musste am Mittwoch mehrere Talente aus dem Regionalligakader für ein Freundschaftsspiel der Profis gegen den Drittligisten SSV Ulm abstellen.

"Damit die jungen Akteure sich besser regenerieren können, haben wir die Schwaben gebeten, die Partie erst am Sonntag auszutragen", sagt Claus Schromm, Nachwuchs-Cheftrainer beim Bundesligisten und fügt an: "Die Schwaben sind unserer Bitte sofort nachgekommen."

Gutes Verhältnis muss 90 Minuten ruhen

Keine Selbstverständlichkeit, denn der Spieltermin am Sonntagnachmittag wird den Violetten, die als Gastgeber auftreten, wohl einige Zuschauer kosten. Eine Entscheidung, die jedoch für das gute Verhältnis zwischen den beiden Viertligisten spricht.

Sie nutzen nicht nur die gleiche Spielstätte, sondern arbeiten auch auf mehreren Ebenen eng zusammen. Wenn die "kleinen Schwaben" Unterstützung brauchen, steht der "große Bruder" meist helfend zur Seite. Am Sonntag jedoch muss die Freundschaft für 90 Minuten ruhen - beiden Klubs steht sportlich das Wasser bis zum Hals.

Lange Historie

Doch drehen wir die Augsburger Derbyuhr zurück. Zwei Klubs in der Stadt, die auf Augenhöhe konkurrieren - vor über 50 Jahren war dies nichts Ungewöhnliches. Die Rede ist vom Arbeiterverein BC Augsburg aus dem Stadtteil Oberhausen und dem aus Süden der Stadt stammenden TSV Schwaben. Lokalkämpfe vor mehr als 20.000 Besuchern in der ersten oder zweiten Liga waren vor der Bundesligagründung 1963 keine Seltenheit.

Spieler wie der legendäre und spätere A-Nationalspieler Helmut Haller (BCA/dann Profi in Italien) oder B-Nationalspieler Georg Lechner (TSV Schwaben/später Eintracht Frankfurt) lockten die Massen in die Rosenau.

Die zwei Augsburger Großvereine stritten sich einst bei großer Rivalität um die Krone der Stadt, bis eine Fusion der Fußball-Abteilungen 1969 die Weichen für den heutigen FC Augsburg stellte. Dass sich die damalige Fusion auszahlte, bestätigte der FCA 2011 mit dem Aufstieg in die Bundesliga.

Im aktuellen Kader der Schwaben findet sich eine ganze Reihe von ehemaligen Oberhauser Akteuren. Gleich elf Spieler weisen in den Reihen der Violetten eine FCA-Vergangenheit auf, bekanntester Name ist Schwaben-Spielertrainer Matthias Ostrzolek, der von 2012 bis 2014 für die Fuggerstädter Profis spielte. Die beiden ersten Mannschaften standen sich letztmals um Punkte im Dezember 2000 in der Bayernliga gegenüber, die Schwabenritter gewannen sensationell mit 2:1.

Nach einer Pause von 24 Jahren kam es in der vergangenen Spielzeit zweimal zum Punktspielduell in der vierten Liga. Erst gewannen die Violetten mit 5:2, im Rückspiel dominierte der FCA II mit 3:0.

Lange Ausfalllisten auf beiden Seiten

Doch wie geht es diesmal aus? Bei einem Blick auf die insgesamt traurige Tabellensituation gibt es keinen Favoriten. Die sieglosen Schwaben haben nach zwölf Spielen erst magere vier Punkte auf dem Konto, acht Zähler sind es beim FCA II. Seit Saisonbeginn stehen bei den Hausherren Leistungsträger wie Kapitän Marco Greisel oder Torjäger Jonas Greppmeir auf der Verletztenliste. Im Derby wird auch Ostrzolek nicht auf dem Platz stehen. Der Spielertrainer muss wegen seiner fünften Gelben Karte zusehen.

„Jammern bringt ja nichts.“ (FCA-Coach Markus Feulner)

Allerdings: Auch für die Truppe von Trainer Markus Feulner kommt es seit Monaten knüppeldick. Eine ganze Reihe von FCA-Talenten ist verletzt, andere in der EM-Qualifikation für die U-17- oder U-19-Europameisterschaft gefordert und kämpfen etwa für den österreichischen Verband ums Weiterkommen. Dazu zählen Mauro Hämmerle, Florian Hangl und Oliver Sorg.

Aiman Dardari ist gar für die A-Nationalmannschaft Luxemburgs im Einsatz, die in der WM-Qualifikation am Freitag auf das DFB-Team trifft. Coach Feulner gibt sich kämpferisch: "Jammern bringt ja nichts", sagt der ehemalige Bundesligaprofi und zweifache Deutsche Meister. Bleibt die Frage: Erleben die beiden Kontrahenten doch noch einen goldenen Oktober? Wenn nicht, sieht die Zukunft alles andere als glänzend aus.