"Wenn du es schaffst, 35 bis 40 Prozent deiner Tore aus Standards zu erzielen, bist du bei einem absoluten Top-Wert", legte Thomas Silberberger die Latte vor Saisonbeginn hoch. Erreicht hat diese Marke nach neun Runden noch keiner der zwölf Bundesliga-Klubs. Aber vier sind knapp dran. Von den 140 Toren in den 53 Spielen fielen 34 aus oder nach Standards. Den höchsten Anteil, nämlich genau 50 Prozent, haben die 17 Elfmeter-Treffer, zwölf Tore resultierten aus Eckbällen, aber nur ein Tor fiel aus einem direkten Freistoß.
WSG Tirol (4 von 12 Toren, 33,3%)
Schon zu Zeiten von Thomas Silberberger hat man bei der WSG größten Wert auf Standardsituationen gelegt. Diese Stärke setzt sich nahtlos unter Philipp Semlic fort. Vier ihrer zwölf Tore erzielten die Tiroler aus Standards, als Exekutor trat dreimal Valentino Müller in Erscheinung. Der Kapitän verwertete zwei Elfer und war einmal nach einem Böckle-Einwurf erfolgreich. Für den einzigen Treffer nach einer (Taferner-)Ecke sorgte Lukas Hinterseer.
Im Duell um den besten Torschützen der Tiroler muss sich "Mr. Standard" aber hinter Müller anstellen, der schon fünf Mal getroffen hat.
SV Ried (4 von 12 Toren, 33,3%)
Auch der Aufsteiger weiß, dass seine Chance in den Standards liegt. In Mark Grosse haben die Rieder nicht nur einen verlässlichen Elferschützen, der schon zwei Mal vom Punkt traf, sie stellen mit Philipp Pomer auch den einzigen Spieler, der in dieser Saison (beim 2:0-Sieg gegen BW Linz) bereits einen direkten Freistoß verwandelte. Oliver Steurer war nach einem indirekten Freistoß für den vierten Standard-Treffer der Innviertler zuständig.
Die vier Standards würden die interne Torschützenliste vor Mark Grosse und Kingstone Mutandwa (je drei Tore) anführen.
Austria Wien (4 von 12 Toren, 33,3%)
Die Wiener Austria schießt auch nach dem Abgang von Dominik Fitz mit die besten Ecken der Liga. Für einen der drei Treffer nach einer Ecke hatte noch der nunmehrige US-Legionär gesorgt, für die anderen beiden schon dessen Nachfolger Sanel Saljic. Den bisher einzigen Strafstoß der Violetten brachte Johannes Eggestein (gegen Ried) im Tor unter. Der ist mit zweit Toren gemeinsam mit Abubakr Barry auch ihr bester Torschütze. Aber auch in Favoriten hat die Silberberger-These Gültigkeit: Die meisten Tore gehen auf das Konto der Standards.
GAK (2 von 6 Toren, 33,3%)
Ein Elfertor von Daniel Maderner und ein Treffer von Beres Owusu, der aus einem abgespielten Freistoß entstand, machen bereits ein Drittel der GAK-Tore aus. Allerdings müssen sich die Standard-Tore hinter Top-Torjäger Maderner einreihen, der dreimal traf und somit 50 Prozent der Tore der Rotjacken beisteuerte.
RB Salzburg (5 von 19 Toren, 26,3%)
Die einstigen Dominatoren der Liga greifen mittlerweile auch gerne auf Standards zurück. Mit fünf Toren sind die Salzburger in dieser Disziplin sogar die Nummer eins der Liga, auch wenn sie sich prozentuell hinter dem Spitzen-Quartett befinden. Drei Tore (Lainer, Diabaté und Vertessen) machten die Salzburger nach Ecken, zweimal traf Petar Ratkov, der mit sechs Treffern die Standards noch überflügelt, per Elfmeter.
SK Rapid (3 von 13 Toren, 23,1%)
Die Hütteldorfer hadern nach neun Runden noch mit ihrer Effizienz. Das trifft auch auf ihre Standard-Ausbeute zu, die freilich besser aussehen würde, wenn Matthias Seidl seinen Elfmeter beim 1:2 gegen RB Salzburg versenkt hätte. So blieb Claudy Mbuyi Rapids einziger Vollstrecker vom Elferpunkt, Ercan Kara (per Kopf) und Nenad Cvetkovic (über Umwege) schlossen je eine Ecke erfolgreich ab. Auf drei Tore kamen bisher auch Nikolaus Wurmbrand und Mbuyi.
LASK (2 von 9 Toren, 22,2%)
Neben den Standards stellt der LASK bisher nur einen zweifachen Torschützen - Christoph Lang, der einen seiner beiden Treffer nach einem Eckball erzielte. Den einzigen Elfer verwertete Moses Usor.
Sturm Graz (3 von 14 Toren, 21,4%)
Der regierende Meister war in den vergangenen Jahren auch Meister der Standards. In dieser Saison hinkt er seinen hohen Ansprüchen noch etwas hinterher. Abgesehen von zwei Kiteishvili-Elfern profitierten die Grazer nur von einem Eigentor des Hartbergers Vincze nach Horvat-Freistoß.
Mit fünf Toren lässt Otar Kiteishvili die drei Standard-Tore auch vorerst klar hinter sich.
TSV Hartberg (3 von 14 Toren, 21,4%)
Mit Wilfinger und Spendlhofer haben die Hartberger zwei kopfballstarke Innenverteidiger, die das jeweils nach Ecken auch schon unter Beweis gestellt haben. Elias Havel hat sich einmal als verlässlicher Elferschütze verdient gemacht. Mit vier Toren ist der LASK-Leihspieler auch besser als die Standards bei den Oststeirern.
SCR Altach (1 von 6 Toren, 16,7%)
Aus Ecken und Freistößen konnten die Altacher bisher kein Kapital schlagen, einzig aus einem Elfmeter blieb Ousmane Diawara (mit zwei Toren gemeinsam mit Patrick Greil bester Torschütze der Vorarlberger) erfolgreich. Einen zweiten vergab Marlon Mustapha.
BW Linz (1 von 7 Toren, 14,3%)
Erst in der neunten Runde gelang den Linzern das erste Standard-Tor. Topscorer Shon Weissman (3 Tore) verwandelte gegen die Wiener Austria den spielentscheidenden Strafstoß zum 1:0-Sieg.
WAC (2 von 16 Toren, 12,5%)
Beim WAC ist Dejan Zukic der Meister der ruhenden Bälle. Zählbares konnte aber auch er vorerst nur vom Elferpunkt (beim 3:0 gegen BW Linz und beim 1:2 gegen Rapid) herausholen. Markus Pink brauchte vorerst keine Standards für seine sechs Tore.