Es ist noch gar nicht so lange her, dass Horst Steffen zu einem Auswärtsspiel nach Heidenheim reiste - zuletzt war das im Mai mit seinem Ex-Klub SV Elversberg anlässlich der Bundesliga-Relegation der Fall: Dem 2:2 im Hinspiel folgte ein Heidenheimer 2:1-Sieg im Saarland, wodurch der Erstligist letztlich die Klasse hielt.
"Natürlich sind mir die beiden Spiele noch sehr präsent", erklärte Steffen am Donnerstag und mittlerweile als Trainer des SV Werder Bremen vor dem Spiel am Samstagnachmittag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) in der Voith-Arena: "In der Vorbereitung war klar, dass das noch mal hochkommt - aber im Grunde bin ich in der Aktualität und wenig in der Vergangenheit unterwegs."
Die Anforderungen in Heidenheim wiederum seien nach wie vor ähnlich, bemerkte der Coach: "Es wird anspruchsvoll sein, sie werden eine hohe Leidenschaft reinbringen - und da müssen wir uns behaupten, aber eben auch spielerische Mittel wählen, um immer wieder kreative Angriffe zu fahren."
Backhaus und Stage noch fraglich
Verzichten müssen wird der 56-Jährige in seinem Kader definitiv auf Isaac Schmidt, der mit einer Fußverletzung von der Schweizer Nationalmannschaft zurückgekehrt ist. Bei den noch fraglichen Mio Backhaus und Jens Stage lässt Steffen seine Entscheidung indes vorerst offen: "Wir haben jetzt noch zwei Trainingseinheiten, die bei beiden noch notwendig sind, um zu sehen, wie der Stand der Dinge ist. Das muss ich abwarten."
Und doch bestehen auch positive Bremer Vorzeichen vor der Partie beim aktuellen Tabellenletzten aus Heidenheim: Werder ist jedenfalls seit neun Partien gegen Schlusslichter ungeschlagen (7 Siege, 2 Remis).
Weiterhin relativ viel Aufmerksamkeit erregt am Osterdeich der Fitnesszustand von Victor Boniface: Dessen "Plan" beim Weg zur Topform laufe ja "die ganze Zeit schon", betonte Steffen: "Und ich glaube, wir haben jetzt oft genug über Victor gesprochen. Die Themen wiederholen sich."
Steffen: "Das war ein süßes Bild"
Es gehe darum, dass dessen "Momente, die torgefährlich waren, immer mehr werden", sagte der Coach, der insbesondere auf "ein paar Zentimeter" verwies, die kürzlich zu einem Treffer von Boniface beim 1:0-Sieg gegen den FC St. Pauli gefehlt hatten.
Der Angreifer ärgerte sich zwar sichtlich über diesen Fehlschuss - doch Steffen hatte auch eine Szene wahrgenommen, die ihn positiv stimmte: "Bei der Einwechslung hat er Patrice Covic in den Arm genommen. Ich fand, das war ein sehr süßes Bild, was ich von der Trainerbank gesehen habe, wie er sich um ihn gekümmert hat und ihm noch ein paar Takte gesagt hat."
Sportlich wiederum sei Boniface zumindest "auf dem Weg" - der allerdings noch nicht in die Startelf führen dürfte, wie der Coach ergänzte: "Es wird jetzt keine rapiden Sprünge geben, das ist klar. Es wird peu à peu besser werden", so Steffen: "Es gibt immer wieder Tage, wo ich sage, das ist gut und dann wieder Tage, wo ich sage: Das braucht noch ein bisschen."