Nach zwei spielfreien Wochen hat der SSV Jeddeloh II sich zuletzt beim 6:2-Sieg in Schöningen eindrucksvoll zurückgemeldet. Das erste Ziel in dieser Saison, die 40 Punkte, wurde somit erreicht. Während die Ammerländer sich in der Vergangenheit im Herbst gerne einmal frühzeitig in den Winterschlaf verabschiedet hatten und kaum noch Punkte holten, gaben sie dieses Mal ein besseres Bild ab. "Der Charakter der Mannschaft ist anders", lobt Coach Björn Lindemann. "Die Jungs sind hungrig und wollen oben dranbleiben."
Dies ist den Jeddelohern bisher gelungen. Der SV Meppen hat als Tabellenführer aktuell zwar neun Punkte mehr auf dem Konto, allerdings auch bereits zwei Partien mehr absolviert. Im März steht zudem noch das Rückspiel in der Haskamp-Arena an. Für die Rückrunde hofft Lindemann, dass ihm womöglich noch ein oder zwei neue Spieler unter den Weihnachtsbaum gelegt werden. Die Personalnot ist bereits seit mehreren Wochen groß. In Schöningen kam nun gar der 44-jährige Jakob Bertram zum Einsatz. "Mit diesem Mini-Kader können wir die Saison nicht durchziehen", stellt Lindemann klar.
Vorbereitung auf die Reform
Während in Meppen, Oldenburg und Drochtersen von der Meisterschaft gesprochen wird, halten die Ammerländer sich zurück. Dennoch wird aktuell auch für die Zukunft geplant. Mit Blick auf die Diskussion über die Reform der Regionalliga will der Klub sich vor allem für den Fall der Reduzierung auf vier Staffeln vorbereiten und im dann entstehenden Verdrängungswettbewerb bestehen. "Wir müssen schauen, wie wir unsere Strukturen voranbringen können", sagt Geschäftsführer Gerhard Meyer.
Nachgedacht wird beispielsweise darüber, inwieweit es möglich ist, den Klub durch festangestellte Mitarbeiter - beispielsweise auf den Positionen des Trainers, des Sportlichen Leiters und im Sponsoring - voranzubringen. Die Bedingungen für Gästefans in der Haskamp-Arena sollen verbessert werden. Gehofft wird, dass beim VfL Edewecht ein weiterer Rasenplatz gebaut wird, damit die Trainingsbedingungen professioneller werden. "Diese sind aktuell nicht regionalligareif", weiß Meyer. Lindemann hatte im Interview mit dem kicker im Mai gar von "Landesliga-Niveau" gesprochen.
Lizenzantrag keine hohe Priorität
Vor der Mittelfristigkeit kommt allerdings die Kurzfristigkeit. Und in dieser müssen sich die Jeddeloher in Anbetracht der tabellarischen Lage auch mit einem möglichen Aufstieg in die 3. Liga beschäftigen. Meyer beteuert, sich bisher noch nicht mit den Unterlagen für einen Lizenzantrag auseinandergesetzt zu haben. "Ich schließe das aber nicht kategorisch aus." Gleichwohl kann er "nicht zusagen, dass wir das definitiv gewuppt bekommen".
Für Lindemann besitzt der Lizenzantrag für die 3. Liga nicht die oberste Priorität. Er fragt sich, "ob es das wirklich wert ist, so ein Projekt zu fahren und dann wahrscheinlich sang- und klanglos wieder abzusteigen". Oder es für den SSV "nicht mehr Sinn ergibt, schrittweise die Strukturen in der Regionalliga zu verbessern".
Klar ist: Die Bedingungen beim Feierabendfußball praktizierenden Dorfklub sind aktuell meilenweit von der Drittligatauglichkeit entfernt. Ein finales Nein zum Lizenzantrag gibt es aber noch nicht. Lindemann: "Am 13. Dezember ist unsere Weihnachtsfeier. Dann werden wir sicherlich über alle Szenarien einmal sprechen."