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Symbolfigur Woltemade beendet eine Diskussion

kicker

Während der U-21-EM im Sommer hatte Nick Woltemade, der vom Profil her trotz seiner Körpergröße eigentlich nicht den typischen Mittelstürmer verkörpert, sechs Treffer erzielt und die Hoffnungen genährt, die Ausfälle von Kai Havertz, Tim Kleindienst und immer wieder auch Niclas Füllkrug ließen sich durch den Ex-Stuttgarter problemlos auffangen. Doch in der A-Nationalmannschaft traf der 23-Jährige einfach nicht. Bis zum Montagabend.

In seiner neuen sportlichen Heimat England löste der Premierentreffer des Newcastle-Angreifers im sechsten Länderspiel medial große Euphorie aus. "Woltemade untermauert seinen Status als Deutschlands Mann der Stunde", titelt der Guardian, und der Independent schreibt: "Es war vielleicht unorthodox, aber ausreichend, um die Partie zu entscheiden." Die BBC ist sicher: "Nach der Diskussion in der deutschen Presse über die Torflaute ihrer Stürmer dürfte das erste Länderspieltor des formstarken Woltemade sehr ermutigend sein."

Der Bundestrainer ist in der Bewertung des 1,98-Meter-Mannes um eine sachliche Einordnung bemüht. "Nick", sagt Julian Nagelsmann, "ist gerade super gefragt und nimmt eine super Entwicklung. Wir sollten dabei nicht vergessen, dass er im September des letzten Jahres von Stuttgart nicht für die Champions League nominiert worden war." Vor diesem Hintergrund erscheint sein Aufstieg kometenhaft, und Nagelsmann macht deutlich: "Eigentlich sollte er bei uns jetzt in der Rolle des Herausforderers sein. Wir haben aber drei verletzte Stürmer." Und deshalb ist Woltemade der Hoffnungsträger.

„Er hat unheimlich fleißig in der Defensive gearbeitet, viel mehr noch als in vorangegangenen Länderspielen.“ (Julian Nagelsmann über Nick Woltemade)

Dass der Angreifer ausgerechnet in Nordirland traf, ist für seinen Coach kein Zufall. Schon nach dem 4:0 gegen Luxemburg ohne Torbeteiligung Woltemades hatte er dessen ersten Treffer im Nationalteam kommen sehen, nach diesem erklärt er: "Er hat unheimlich fleißig in der Defensive gearbeitet, viel mehr noch als in vorangegangenen Länderspielen. Deshalb hat er sich dieses Tor einfach auch verdient." Dass es zudem auf unkonventionelle Weise fiel, passt zur Beurteilung, er habe sich dieses erarbeitet.

Woltemade selbst verhehlte am späten Montagabend am ARD-Mikrofon seine Erleichterung nicht. "Ich habe die Diskussion natürlich mitbekommen. Deshalb ist es angenehm, getroffen zu haben, es fühlt sich gut an." Und auch ihm selbst ist ganz gleich, auf welche Art und Weise er das mit Blick auf die WM-Qualifikation so wichtige Tor erzielt hat: "Ich habe im Spiel natürlich gespürt, dass es die Schulter war. Aber mir ist wirklich egal, wie der Ball einfliegt."