Es fehlte nicht viel, dann hätten die Sportfreunde Lotte in der Regionalliga West nach ihrem ersehnten ersten Sieg seit vier Begegnungen (2:1 bei der U 21 des VfL Bochum) und dem Einzug in das Westfalenpokal-Viertelfinale (6:1 beim RSV Meinerzhagen) im Heimspiel gegen den Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach etwas Zählbares nachgelegt. Wenn nicht Gladbach-Talent Justin Adozi (90.+2) kurz vor dem Schlusspfiff ein Kabinettstückchen gelungen wäre. Der eingewechselte 19-Jährige beförderte den Ball mit einem spektakulären Seitfallzieher ins Netz.
"Der Zeitpunkt des Gegentreffers tat brutal weh", so Trainer Fabian Lübbers. "Es war ein Spiel auf Augenhöhe, in dem beide Teams starke Phasen hatten - im Prinzip ein typisches Unentschieden. Daher ist es bitter, dass wir ohne Punkte dastehen."
Zahlreiche Chancen, keine Tore
Der ehemalige Drittligist hätte nämlich zuvor auch selbst in Führung gehen können, wenn nicht müssen. Im ersten Durchgang fischte Borussias Torhüter Tiago Pereira Cardoso einen Freistoß von Leon Demaj, der zuvor bereits den Außenpfosten getroffen hatte, aus dem Winkel. Kurz darauf war der luxemburgische Nationalkeeper auch gegen Shkrep Stublla zur Stelle. Die Anfangsphase der zweiten Halbzeit gehörte ebenfalls Lotte. Aber auch Samuel Owusu Addai scheiterte an Pereira Cardoso.
„Wir hätten uns alle gewünscht, dass es schneller vorangeht. Die nötige Zeit und Geduld geben wir uns aber.“ (Fabian Lübbers)
Mit einem möglichen Sieg wären die Sportfreunde nicht nur am Nachwuchs des Bundesligisten vorbeigezogen, sondern auch noch bis auf Rang 7 geklettert. Die Realität sieht stattdessen anders aus. Der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt für den Drittplatzierten der abgelaufenen Saison nur noch drei Punkte - und ist damit so gering wie seit dem 5. Spieltag nicht mehr.
"Durch das letzte Jahr sind die Erwartungen gestiegen", weiß Lübbers. "Wir müssen aber realistisch einordnen, dass im Sommer viele neue Spieler gekommen sind. Daher befinden wir uns in einem Prozess, der Zeit benötigt. Wir hätten uns alle gewünscht, dass es schneller vorangeht. Die nötige Zeit und Geduld geben wir uns aber."
Schließlich hatten die Tecklenburger auch in der zurückliegenden Spielzeit mit schwierigen Momenten zu kämpfen. So kassierten die Sportfreunde ab Ende Oktober 2024 vier Niederlagen aus fünf Partien. Hinzu kam noch eine Zwischenbilanz im Frühjahr mit nur einem Sieg aus sechs Begegnungen (sechs Zähler).
Erfolgserlebnis mit Konsequenz erzwingen
"Mit der Art und Weise, wie wir gegen Gladbach aufgetreten sind, können wir absolut zufrieden sein", betont der Sportfreunde-Trainer. "Nun geht es darum, die letzte Konsequenz vor dem Tor an den Tag zu legen und mit voller Überzeugung in unseren Aktionen das Erfolgserlebnis zu erzwingen. Mit einer hohen Bereitschaft und den Basics gilt es, uns wieder zu belohnen. So konnten wir zum Beispiel Ende März auch mit zwei Spielern weniger gegen den Schalker Nachwuchs gewinnen."
Zuversichtlich stimmt die Ostwestfalen vor dem schwierigen Auswärtsspiel am nächsten Samstag, 25. Oktober, ab 14 Uhr beim formstarken Traditionsverein Rot-Weiß Oberhausen außerdem, dass sowohl der spielende Co-Trainer Marc Heider (39) als auch Diamant Berisha (25) nach Zwangspausen ihr Comeback als Einwechselspieler gaben.
Kurz vor einem Platz im Kader steht außerdem auch der zuletzt verletzte Andreas Wiegel (34). "Seinen kleinen körperlichen Rückstand muss er noch aufholen. Da er ein Typ ist, der vorangeht und in seiner Laufbahn schon viel erlebt hat, wird er uns in der aktuellen Phase mit Sicherheit helfen", ist Lübbers überzeugt.