"Als wir die Gespräche begannen, wussten wir nicht, ob es eine realistische Option sein könnte. Am Ende sind alle zufrieden, ich bin glücklich, weil mir dieser Spielstil liegt. Ich möchte meine Qualitäten in den Verein einbringen und bin allen dankbar, die daran gearbeitet haben, mir diesen Wechsel zu ermöglichen", sagte ter Stegen bei seiner Vorstellung am Donnerstag.
In Barcelona war der deutsche Keeper zuletzt außen vor, Coach Hansi Flick hat sich klar auf Joan Garcia als seine Nummer 1 festgelegt - und der Keeper zahlte das Vertrauen mit bärenstarken Leistungen zurück. "Nach der Verletzung wollte ich so schnell wie möglich wieder auf dem Platz stehen. Ich habe hart dafür trainiert, aber man muss die Entscheidung des Trainers respektieren, und das habe ich getan. Sie haben sich für Joan (Garcia, d.Red.) entschieden, der einen tollen Job macht, und das respektiere ich", so ter Stegen.
Viele Jahre war ter Stegen nicht wegzudenken aus der Startelf der Katalanen. Der Keeper wechselte 2014 nach Barcelona und war zuletzt sogar Kaptiän der Blaugrana, mit denen er etliche Erfolge gefeiert hat. Selbstredend fiel ihm dieser Abschied im Winter alles andere als leicht. "Es fällt mir immer noch schwer, darüber zu sprechen. Die Kabine in Barcelona ist fantastisch und ich habe die Zeit mit meinen Teamkollegen sehr genossen. Es ist eine große Umstellung nach elf Jahren im Verein. Ich war Kapitän von Barcelona und habe versucht, den Verein bestmöglich zu repräsentieren", so der 33-Jährige.
Aber um wieder regelmäßig zu spielen und seine WM-Chance zu wahren, musste ter Stegen diesen Schritt gehen. Für das nächste halbe Jahr schloss er sich nun dem Tabellenzehnten Girona an - und bereut die Entscheidung bisher nicht: "Die erfahrenen Spieler heißen mich willkommen und erklären mir alles. Ich hätte mir keinen besseren Empfang wünschen können. Sie geben sich alle Mühe, mir das Gefühl zu geben, dazuzugehören. Es sind erst ein paar Tage vergangen, aber es gelingt ihnen schon sehr gut."
Debüt schon am Montag?
Große Anlaufzeit will sich der Schlussmann ohnehin nicht nehmen, sein Ziel beim neuen Arbeitgeber ist klar. "Ich möchte mich so schnell wie möglich ins Team einfügen. Ich habe großen Respekt vor allem, was Paulo Gazzaniga (bisheriger Stammkeeper Gironas, d.Red.) für diesen Verein geleistet hat, aber ich bin mit der Absicht und dem Wunsch gekommen, zu spielen. Vor allem, um mich zu beweisen, was ja der Wunsch jedes Fußballers ist", macht ter Stegen klar.
Der deutsche Keeper denkt dabei neben seiner persönlichen Situation natürlich auch an die Weltmeisterschaft im Sommer. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat ter Stegen alle Chancen eingeräumt, allerdings nur, wenn er spielt. Das dürfte nun in Girona der Fall sein. "Ich werde mich so vorbereiten, als würde ich am Montag spielen. Am Ende entscheidet der Trainer, aber ich fühle mich bereit", so der Schlussmann, dessen Debüt am Montag (21 Uhr) gegen Getafe anstehen könnte.