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Toppmöller stärkt Kaua Santos: "Man sieht eine Entwicklung"

kicker

Seine ersten anderthalb Wochen als Stammtorwart rund fünf Monate nach seinem Kreuzbandriss hätte sich Kaua Santos sicherlich anders vorgestellt. Der Brasilianer, der sich Mitte April in der Europa League gegen Tottenham verletzte, kehrte am 4. Spieltag gegen Union Berlin zurück zwischen die Pfosten und verdrängte Neuzugang Michael Zetterer auf die Bank. Seitdem hat der Keeper drei Spiele absolviert - und musste dabei ganze 13 Mal den Ball aus dem eigenen Netz holen.

"Dass wir Gegentore kassiert haben, die vermeidbar waren, wo ihn aber eigentlich keine Schuld trifft, hat man gesehen", erklärte Dino Toppmöller am Freitag angesprochen auf seinen Torwart. Ebenso sei sichtbar gewesen, "dass er in den drei Spielen eine Entwicklung gezeigt hat". Der Coach erinnerte sich an "sehr viele Aktionen" in Madrid, die seine Nummer 40 "gut entschärft" habe. "Er ist sehr mutig darin, wie er seinen Körper reinstellt und sich anschießen lässt. Ich glaube, mit dem Ball ist es auch in jedem Spiel besser und mutiger geworden. Man muss ihm diese Zeit geben, um zu wachsen und den Rhythmus für sich zu finden."

Dass es diese Zeit im laufenden Betrieb mit drei Wettbewerben nicht zwingend gibt, ist Toppmöller durchaus bewusst. "Aber wir sind halt so überzeugt von dem Jungen, dass wir zu dem Schluss kamen: Jetzt ist der Moment, wo wir ihn ins Tor stellen wollen", erklärte er die Entscheidung. Man habe ihn bewusst in einem Spiel gebracht, auf das eine Woche Regeneration folgte. Am Samstagabend wird er dann auch seine erste Woche mit drei Spielen abschließen. "Wir sind nach wie vor brutal überzeugt von ihm und er wird auch gegen Bayern spielen."

Das dürfte auch für Jonathan Burkardt gelten. Der Neuzugang aus Mainz hatte in der ersten englischen Woche der Saison noch einmal auf der Bank gesessen, nun ist er gewappnet für drei Partien in acht Tagen. "Er hat körperlich genug im Tank, um auch gegen Bayern in der Startelf zu stehen."

Uzuns "Leistungsexplosion" als Grund für eine Spitze

Das bedeutet wohl wieder einmal einen Bankplatz für seine Konkurrenten Elye Wahi und auch Michy Batshuayi. Schon in der Vorwoche hatte sich Toppmöller weitestgehend von der Idee, mit zwei Stürmern zu spielen, verabschiedet. In dieser Woche präzisierte er noch einmal: "Wir haben uns auch aufgrund der Leistungsexplosion von Can Uzun dazu entschieden, mit einem Stürmer zu spielen, weil wir ihn dann im Zehner- und Achterraum sehen." Entsprechend gebe es auf der Neun zurzeit "nicht ganz so viel Spielzeit abzugreifen".

Der 19-jährige Uzun selbst ist derweil auch nach wettbewerbsübergreifend acht Startelf-Einsätzen noch frisch. "Es ist natürlich neu für ihn, diesen Rhythmus auf diesem Intensitätslevel zu gehen. Aber wir hatten in Gladbach die Möglichkeit, ihn mal früher vom Feld zu nehmen", erklärte Toppmöller. "Seine Oberschenkelprobleme aus der Vorbereitung haben wir richtig gut in den Griff bekommen. Sie sind aber trotzdem bei uns noch im Hinterkopf, daher auch die frühe Auswechslung in Madrid." Der Tausch gegen Hugo Larsson nach 58 Minuten habe keine Leistungsgründe gehabt. "Can ist in unserem Offensivspiel unabhängig vom Gegner immer ein Faktor, der die Qualität hat, Tore zu schießen und vorzubereiten. Natürlich auch gegen Bayern München."

Toppmöller über Brown: "Wissbegierig, lernwillig, polyvalent"

Für einen engen Kumpel von Uzun, Nathaniel Brown gab es unter der Woche positive Nachrichten. Der 22-Jährige, der schon in Nürnberg Seite an Seite mit dem Spielmacher auflief, wurde von Julian Nagelsmann erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert. Eine Ehre, die er sich nicht nur durch die Auftritte in den vergangenen Wochen, sondern auch die in der abgelaufenen Rückrunde verdient habe, betonte Toppmöller. "Er hat gezeigt, dass er ein richtig guter Spieler ist, der in seinem Positionsspiel sehr polyvalent ist. Er kann auf dem Flügel spielen, kann nach innen ziehen, er kann auf die Sechs oder in den Halbraum. Das macht ihn natürlich auch für uns so wertvoll."

Im Fokus der Entwicklung liegt bei dem Linksverteidiger vor allem das Spiel gegen den Ball. "Er ist auf einem guten Weg, aber das Ende der Fahnenstange ist auch noch nicht erreicht", erklärte Toppmöller, verwies aber auf die bisherigen Fortschritte. "Nachdem er aus Nürnberg kam, erinnere ich mich noch an das Testspiel gegen Valencia. Da hatte er arge Probleme, die Tiefe zu kontrollieren. Und das ist natürlich Basic Nummer 1, wenn ein Gegenspieler einen freien Fuß hat, dass du dann die Tiefe im Griff hast. Ansonsten ist es ein Pass und der Gegner läuft allein aufs Tor."

Dieser Bereich sei einer der Schwerpunkte seit seiner Ankunft gewesen. "Positionierung, seitliche Stellung, wann muss ich rausstechen, wann braucht es ein aggressives Zweikampfverhalten, wann vielleicht auch nur ein stellendes. Daran haben wir gearbeitet", führte der Trainer aus und lobte: "Er ist sehr wissbegierig, lernfähig und möchte die Dinge umsetzen. Trotzdem gibt es, vor allem wenn es ins tiefere Verteidigen geht, noch ein paar Themen, an denen wir arbeiten. Aber auch die wird er annehmen und verbessern." Die Partie gegen die Bayern dürfte für Brown ein echter Härtetest werden. Schließlich erwartet ihn auf seiner Seite der formstarke Michael Olise als direkter Gegenspieler.