Seit die FIFA die neue Klub-WM mit 48 Mannschaften ins Leben gerufen hat, ist die alte zur Randnotiz geworden. Dass Paris Saint-Germain am vergangenen Mittwoch in Katar gegen Flamengo den Interkontinental-Pokal gewann, schlug international jedenfalls keine großen Wellen. Dafür spielten sich während des Mini-Turniers im Hintergrund Experimente ab, die noch Folgen haben könnten.
Einmal mehr nutzte die FIFA einen ihrer kleineren Wettbewerbe, um technische Innovationen auszuprobieren. Diesmal im Fokus: die sogenannte "Out of Bounds"-Technologie, die bei drei Partien - darunter das Finale - offline zum Einsatz kam. Sie soll schnell klären, ob ein Ball vor einem Treffer im Toraus war, und damit dem Videoassistenten die Arbeit erleichtern. Nach Angaben der FIFA, die in der Sache mit Hawk-Eye Innovations zusammenarbeitet, werden dafür dieselben Tracking-Datenpunkte und Konfigurationen wie bei der halbautomatischen Abseitstechnologie genutzt.
Nahm ein Spieler dem Torhüter die Sicht?
Außerdem neu: eine "Echtzeit-3D-Rekonstruktion", mit der die Perspektive der beiden Torhüter nachgebildet wurde. Damit soll der VAR unter anderem deutlich leichter und schneller beurteilen können, ob ein im Abseits befindlicher Spieler dem Keeper bei der Entstehung eines Tores die Sicht nahm. Zusätzlich soll das 3D-Bild TV-Zuschauern "ein besseres Verständnis der Entscheidungen des Schiedsrichters ermöglichen".
Insgesamt waren bei dem Turnier unter dem Stadiondach 16 Tracking-Kameras installiert. Sie sorgten der FIFA zufolge dafür, dass Schiedsrichter auf Grundlage von 29 Datenpunkten pro Spieler, die 50-mal pro Sekunde erfasst wurden, Echtzeit-Abseitswarnungen erhielten. Gleichzeitig ließ sich damit der Moment der Ballabgabe exakt bestimmen und auch das Verhalten der Torhüter bei Elfmetern genau überprüfen.
Bei allen Diskussionen, die nicht nur in Deutschland nahezu jede Woche geführt werden, sieht es also ganz danach aus, als würde der Fußball in Zukunft nicht weniger, sondern mehr technische Hilfsmittel nutzen. Die FIFA will damit "die Schiedsrichter unterstützen und ein Höchstmaß an Schiedsrichterqualität gewährleisten".