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Trainerwechsel prägen die Super League - zwischen Aufbruch und Ernüchterung

kicker

Beim Servette FC, dem Grasshopper Club Zürich, dem FC Zürich, dem FC Lausanne-Sport und dem FC Basel steht ein neuer Übungsleiter an der Seitenlinie. Während es bei den Genfern aufgrund des miserablen Saisonstarts bereits früh zu einer Entlassung kam, haben die anderen vier Teams ihren neuen Coach bereits vor dem Start der Saison 2025/26 verpflichtet.

Zur Information: Für den Punkteschnitt wurden sämtliche Pflichtspiele (auch Schweizer Cup und internationale Einsätze) berücksichtigt.

Servette FC: Jocelyn Gourvennec vs. Thomas Häberli

Wie bereits erwähnt, gab es bereits früh in dieser Spielzeit eine Trainerentlassung in der höchsten Schweizer Spielklasse. Thomas Häberli musste seinen Posten nach nur vier Pflichtspielen räumen und der Franzose Jocelyn Gourvennec übernahm an seiner Stelle.

Thomas Häberli, der ab dem 1. Juli 2024 das Traineramt in Genf übernommen hatte, bestritt letztlich 48 Pflichtspiele an der Seitenlinie der Grenats. Dabei feierte er 20 Siege und dem gegenüber stehen 15 Pleiten. Insgesamt eroberten die Servettiens unter seiner Regie 73 Zähler, was somit einem Schnitt von 1,52 Punkte pro Spiel entspricht. Das Torverhältnis (79:73) ist dabei mit +6 positiv.

Sein Nachfolger Jocelyn Gourvennec hält seit mittlerweile zehn Pflichtspielen das Zepter in der Hand. Wirklich erfolgreich ist er mit den Genfern in dieser Zeit nicht gewesen. Er konnte bislang nur dreimal als Servette-Coach gewinnen und ging fünfmal als Verlierer vom Rasen. Sein Schnitt beträgt bei elf Zählern nur gerade 1,10 Punkte pro Spiel. Immerhin ist das Torverhältnis zwar positiv (17:13), wobei vor allem der 5:0-Sieg in der ersten Cuprunde gegen Dardania sowie der 4:0-Erfolg in der Liga gegen Winterthur dafür verantwortlich sind.

Von einem positiven Trainereffekt kann man bei Servette FC bislang nicht sprechen, ist es bislang eine äusserst unbefriedigende Saison für die Genfer. Der zweitletzte Platz in der Super-League-Tabelle entspricht wahrlich nicht den Ansprüchen des Vereins, der in den letzten fünf Jahren viermal in den Top-3 gelandet ist. Ob Gourvennec tatsächlich noch die grosse Wende herbeiführen kann, bleibt abzuwarten. Falls nicht, dürfte der Franzose seinen Job eher früher als später ebenfalls wieder los sein.

FC Lausanne-Sport: Ludovic Magnin vs. Peter Zeidler

Ludovic Magnin hat ab dem 1. Juli 2022 während drei Jahren gute Arbeit beim FC Lausanne-Sport abgeliefert. Der gebürtige Lausanner führte seinen Heimatverein von der Challenge League zurück in die Super League und sogar zurück nach Europa. In insgesamt 123 Pflichtspielen an der Seitenlinie der Waadtländer kam der ehemalige Nati-Spieler auf einen Punkteschnitt von 1,49. 50 Siege stehen dabei auf seiner Habenseite, wobei er den Platz 40-mal als Verlierer verlassen musste. Das Torverhältnis von 204:168 kann sich ebenfalls sehen lassen.

Da es Magnin ligaintern auf diese Saison hin zum FC Basel zog, musste ein neuer Trainer engagiert werden. Für diese Aufgabe hat man sich in Lausanne für den Deutschen Peter Zeidler entschieden. Der 63-Jährige durfte sein neues Team in dieser Saison schon während 17 Pflichtspielen betreuen, wobei man mit dem Einzug in die Ligaphase der Conference League international für Furore sorgen konnte. Vor allem dank des international guten Laufs kann sich sein Schnitt von bislang 1,76 Punkten pro Spiel definitiv sehen lassen. Bislang stehen neun Siege und fünf Pleiten auf seiner Habenseite. Das Torverhältnis von 35:18 ist ebenfalls sehr beachtlich.

Dem FC Lausanne-Sport scheint es auch unter dem neuen Trainer zu gelingen, die positive Entwicklung unter Magnin fortzusetzen. In der Liga gibt es aber noch Luft nach oben, liegt man derzeit nur auf dem zehnten Rang. Der fulminante 5:0-Heimsieg vor der Länderspielpause gegen YB ist aber der Beweis, dass das Team von Peter Zeidler an einem guten Tag sogar einen Meisteranwärter überrollen kann. Die Waadtländer sollte man für den Rest der Saison definitiv im Auge behalten.

Grasshopper Club Zürich: Tomas Oral vs. Gerald Scheiblehner

Der Schweizer Rekordmeister konnte sich in den letzten beiden Saisons jeweils erst in der Barrage den Klassenerhalt sichern. In der letzten Spielzeit schaffte es Tomas Oral, die Hoppers nach einer sehr schwierigen Phase einigermassen zu stabilisieren und mit dem Klassenerhalt erfüllte er letztlich seine Mission. In 27 Pflichtspielen als GC-Trainer kam der Deutsche auf einen Schnitt von 1,22 Punkten pro Spiel. Acht Siege und zehn Niederlagen waren seine Ausbeute, wobei das Torverhältnis (34:31) sogar leicht positiv gewesen ist.

Seit dieser Saison setzt GC auf einen Österreicher, der mit einer sehr jungen Truppe eine neue Zeitrechnung einläuten soll. Auch wenn die Ergebnisse nicht immer gestimmt haben, darf man von einer positiven Entwicklung bei den Hoppers sprechen. Die Leistungen versprühen durchaus Optimismus bei den GC-Fans, wissen die vielen Youngster mit erfrischendem Fussball zu gefallen. Das ist natürlich in erster Linie ein Verdienst von Trainer Gerald Scheiblehner, dessen Handschrift schon klar erkennbar ist.

Als GC-Trainer gelangen ihm in bislang zehn Pflichtspielen vier Siege, drei Remis und drei Niederlagen. Das entspricht einem Schnitt von 1,50 Punkten pro Spiel und auch sein Torverhältnis von 17:12 zeigt, dass der Weg bei GC in die richtig Richtung führt. Der begeisternde 3:0-Sieg im Zürcher Derby gegen den FCZ lässt die GC-Fans hoffen, dass es nun nachhaltig nach oben gehen wird.

FC Zürich: Ricardo Moniz vs. Mitchell van der Gaag

Am 23. April 2024 übernahm Ricardo Moniz zunächst als Interimstrainer beim FCZ, bevor er dann endgültig zum neuen Cheftrainer befördert worden ist. Der Niederländer durfte, seine Zeit als Interimstrainer mitgezählt, 51 Pflichtspiele als FCZ-Coach fungieren. Dabei gelangen den Stadtzürchern 23 Siege und 19-mal verliess man den Platz als Verlierer. Der Punkteschnitt von Ricardo Moniz betrug letztlich 1,53 Zähler pro Spiel. Das Torverhältnis unter seiner Regie war mit 76:71 positiv.

Auch seit dieser Saison setzt der FCZ auf einen Niederländer, hat Mitchell van der Gaag die Leitung der Profimannschaft übernommen. Eine klare Steigerung ist bei den Stadtzürchern bislang noch nicht zu erkennen, ist der FCZ bislang ähnlich inkonstant wie unter seinem Vorgänger. In zehn Pflichtspielen mit Mitchell van der Gaag beträgt der Punkteschnitt 1,60 Zähler pro Partie und fünf Siegen stehen vier Niederlagen gegenüber. Das Torverhältnis ist mit 17:19 sogar leicht negativ.

Der neue FCZ-Trainer hat es bislang noch nicht geschafft, den FC Zürich zu stabilisieren. Gute und schwache Leistungen wechseln sich noch zu oft ab. Während man beispielsweise den FCSG mit der bis dato besten Saisonleistung 3:1 bezwingen konnte, folgte eine Woche später mit dem bitteren 0:3 im Zürcher Derby gegen GC ein Tiefschlag. Es ist nun die Aufgabe von Mitchell van der Gaag, endlich Konstanz in die Leistungen seiner Mannschaft bringen zu können.

FC Basel 1893: Fabio Celestini vs. Ludovic Magnin

Fabio Celestini hat es geschafft, den FCB aus einer sportlichen Krise bis zum Double-Gewinn zu führen. Der letztjährige Meistercoach wurde am 31. Oktober 2023 als neuer FCB-Trainer installiert und in der Folge führte er die Bebbi wieder bis an die Spitze der Super League. In 73 Pflichtspielen unter seiner Regie gab es im Schnitt 1,89 Zähler pro Partie. Celestini feiere 41 Siege als Basel-Coach und musste 17-mal den Platz als Verlierer verlassen. Das Torverhältnis von 154:83 spricht ebenfalls für sich.

In dieser Saison hat Ludovic Magnin die schwierige Aufgabe übernommen, den FC Basel an der Super-League-Spitze halten zu wollen. Die Bebbi zeigten definitiv schon vielversprechende und gute Ansätze, auch wenn noch nicht alles nach Wunsch verläuft. In bislang 14 Pflichtspielen steht ein Schnitt von 1,79 Punkten pro Partie. Acht Siegen stehen fünf Pleiten gegenüber und das FCB-Torverhältnis unter Magnin steht derzeit bei 31:20.

Es ist logisch, dass es zunächst seine Zeit braucht, bis die Mannschaft die Ideen eines neuen Trainers verinnerlicht hat. Es ist aber in Ansätzen bereits zu erkennen, wie Magnin mit den Bebbi Erfolg haben will. Noch fehlt es ein wenig an der Konstanz, doch sobald diese da ist, könnte Ludovic Magnin definitiv zu einem Meistertrainer avancieren. An den Double-Erfolg seines Vorgängers anzuknüpfen, wird aber definitiv sehr schwierig.