Eintracht Trier ist in der bisherigen Saison der Regionalliga Südwest ein Klub der Extreme. Die Moselaner führen nach dem 2:0-Triumph gegen den FC Homburg die Heimtabelle an. Sechs Siege, nur eine Niederlage gegen den Liga-Primus Freiberg. Macht satte 18 Punkte. In der Auswärtstabelle dagegen ist Trier aktuell das Schlusslicht. Nur zwei magere Pünktchen aus sechs Spielen stehen zu Buche.
Erster und Letzter - wie ist diese frappierende Diskrepanz zu erklären? "Es kann an der Kulisse liegen. Wir haben im Moselstadion so viele Fans im Rücken. Gleichzeitig fehlt uns auswärts bislang vielleicht die letzte Konsequenz beim Verteidigen. Wir bekommen blöde Gegentore. Es sind oft individuelle Fehler, die wir da machen", sagt Eintracht-Rechtsverteidiger Frederik Rahn, dem mit der Führung gegen Homburg vor der stattlichen Kulisse von 3469 Zuschauern sein erstes Regionalliga-Tor im 54. Viertliga-Einsatz gelungen ist.
Passende Spielweise
Zu vergleichbaren Analyse-Ergebnissen kommt Triers Trainer Thomas Klasen: "Das Moselstadion hat eine Wucht, eine Strahlkraft. Da können die Fans sinnbildlich den Ball auch mal ins Tor tragen. Das können wir dieses Jahr mit unserer offensiven Spielweise sehr gut für uns nutzen. Auch, weil wir eine gute Qualität im Kader haben. Bei den zwei Unentschieden auswärts lagen wir jeweils in Führung. In den anderen Spielen haben wir viel Aufwand betrieben, viel Lob bekommen, uns aber oft durch individuelle Fehler um einen möglichen Lohn gebracht."
Beim 2:3 bei Mainz 05 II, beim 0:2 in Frankfurt oder auch beim 0:2 in Walldorf stand sich die Eintracht wegen Patzern selbst im Weg. Gleichzeitig war nach Führungen in Stuttgart (Endstand 1:1) und Großaspach (2:2) mehr drin. Auch zum Saisonstart in Steinbach (2:3) schnupperte Trier an einer besseren Ausbeute.
Reisen nach Offenbach und Kassel
Gleich zweimal bekommt die Eintracht nun die Gelegenheit zu beweisen, dass sie es auch jenseits des heimischen Wohnzimmers "Moselstadion" besser kann. Am Sonntag, 26. Oktober, gastieren die Moselaner bei Kickers Offenbach. Am Samstag, 1. November, geht’s zu Hessen Kassel.
Zumindest in Offenbach muss Trier womöglich erneut auf sein Zwölf-Tore-Duo Mateo Biondic und Damjan Marceta verzichten. Beide Angreifer waren gegen Homburg aufgrund von Zerrungen ausgefallen. Trier trotzte der Hypothek, weil andere in die Bresche sprangen. Etwa Tim Sausen, der Ende September zweimal gar nicht im Kader stand und nun seinen ersten Regionalliga-Startelf-Einsatz seit dem 12. April feierte.
"Genau jetzt im Herbst kommen diese Spiele, in denen du alle Spieler brauchst. Wo Eintracht draufsteht, ist auch Eintracht drin. Die Mannschaft hat den Charakter, füreinander durchs Feuer zu gehen. Das hat sie einmal mehr bewiesen", bekräftigte Klasen, der nach dem Abpfiff der Partie gegen Homburg auf dem Rasen imaginär den Hut vor seinem Team zog.
Überhaupt: Der Südwest-Rivale scheint ein Lieblingsgegner der Trierer zu werden. Schon in der vorigen Saison siegte die Eintracht zweimal gegen die Saarländer (4:1, 1:0). Nun soll der 2:0-Erfolg Mut für die anstehenden Auswärts-Aufgaben machen.