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Trotz Champions-League- und Olympiasieg: Islackers "Lebensaufgabe" nicht vollendet

kicker

"Von Erfolgen bekommt man nie genug", ist sich Mandy Islacker sicher. Und das nicht ohne Grund. Die 37-Jährige weiß ganz genau, wovon sie spricht. Die Stürmerin blickt auf eine Karriere zurück, die nur so vor Highlights strotzt. Von internationalen Prestige-Titeln bis hin zu individuellen Auszeichnungen hat Islacker so ziemlich alles abgeräumt, wovon man nur träumen kann.

In ihrer bisherigen Karriere ist es schwer, nur einen Höhepunkt auszumachen. Besonders gerne erinnert sich die Torjägerin, deren fußballerische Wurzeln beim BV Altenessen 06 liegen, jedoch an den 14. Mai 2015 zurück. Im Champions-League-Finale traf Islacker in Berlin mit dem 1. FFC Frankfurt auf Paris Saint-Germain. In der 66. Minute wurde die damals 26-Jährige eingewechselt und erzielte in der Nachspielzeit das entscheidende Tor zum 2:1-Sieg. "Dieser Moment wird unvergesslich bleiben", ist sich Islacker sicher.

Gold in Rio - Doppelte Bundesliga-Torschützenkönigin

Der Champions-League-Titel ist jedoch nur eine von vielen Trophäen in ihrem eindrucksvoll gefüllten Erfolgsregal. 2016 holte die 25-malige Nationalspielerin die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio - eine Zeit, auf die sie besonders wegen der einzigartigen Atmosphäre im Olympischen Dorf gerne zurückblickt.

In der Bundesliga lief die Stürmerin insgesamt 282-mal auf - unter anderem viele Jahre für den FC Bayern München, den 1. FC Köln und den 1. FFC Frankfurt. Für Frankfurt sicherte sie sich in den Spielzeiten 2015/16 (17 Tore) und 2016/17 (19 Tore) jeweils die Torjägerkanone - und das gleich zweimal in Folge.

Mittlerweile ist Islacker, deren Vorbild David Beckham wegen seiner "tollen Technik und super Standards" ist, im Spätherbst ihrer Karriere angekommen. Anfang August wurde sie 37 Jahre alt. Da stellt sich die Frage: Hat man da nicht langsam genug?

"Nein, dafür bin ich viel zu ehrgeizig", lacht Islacker. Natürlich habe es in ihrer Karriere immer wieder Rückschläge gegeben - aber aufzugeben sei nie ein ernsthaftes Thema gewesen. "Am Ende wurde ich bisher immer dafür belohnt, dranzubleiben."

„Nach dem Spiel tut der ein oder andere Knochen mehr weh.“ (Mandy Islacker)

Islacker merkt zwar, dass sie "nicht mehr so fit wie vor zehn Jahren" ist, doch im Spiel gleicht sie das durch ihren instinktiven Stil und ihre langjährige Erfahrung aus. Spurlos gehen die Einsatzminuten jedoch auch an ihr nicht mehr vorbei: "Nach dem Spiel tut der ein oder andere Knochen mehr weh", lacht sie.

Mentorin und Leistungsträgerin

Auf dem Feld will die Ex-Nationalspielerin mit Leistung vorangehen und gleichzeitig ihre Erfahrung an jüngere Mannschaftskolleginnen weitergeben. "Ich war damals auch immer froh, wenn ich mich an erfahrene Mitspielerinnen wenden konnte", erinnert sich die 37-Jährige.

Im jüngsten Sommerurlaub nach ihrer Zeit beim VfB dachte Islacker länger darüber nach, ob es sinnvoll sei, noch ein weiteres Jahr dranzuhängen. "Ich habe gemerkt: Ganz ohne Fußball geht es einfach noch nicht", verriet Islacker, die im Fußball ihre "Lebensaufgabe" sieht. Wenig später setzte sie ihre Unterschrift unter einen Vertrag beim FC Schalke 04.

Bei den Königsblauen arbeitet Islacker hauptberuflich im administrativen Bereich und geht nebenbei für die Frauenmannschaft in der Westfalenliga auf Torejagd - und das wenig überraschend ziemlich erfolgreich: In ihren ersten fünf Spielen im königsblauen Trikot traf Islacker 13-mal und führt damit das bundesweite Ranking der "Torjägerkanone® für alle" an.

„Wenn jemand besser steht als ich, spiele ich selbstverständlich ab.“ (Für Mandy Islacker hat die "Torjägerkanone® für alle" nicht oberste Priorität)

Schon während ihrer Zeit bei Viktoria Köln und dem VfB Stuttgart - den ersten Stationen nach dem Ende ihrer Profi-Karriere im Jahr 2023 - tauchte sie immer wieder in den bundesweiten Rankings auf. Gewonnen hat sie die schneeweiße Trophäe jedoch noch nie. Wäre für die Kanone überhaupt noch Platz im Wandschrank, in dem bis heute ihre Bundesliga-Kanonen stehen? Die mehrfache Torschützenkönigin gibt sich bescheiden: "Das mit der Kanone ist eine schöne Sache. Der Mannschaftserfolg ist mir aber wichtiger. Wenn jemand besser steht als ich, spiele ich selbstverständlich ab."

In diesem Jahr lautet das klar formulierte Saisonziel auf Schalke: Aufstieg. In der vergangenen Westfalenliga-Saison musste man ausgerechnet dem Rivalen Borussia Dortmund den Vortritt lassen. Jetzt soll Islacker als "wertvolle Ergänzung", wie Boris Liebing, zuständig für den Fußball der Frauen auf Schalke, sie bezeichnete, ihren Beitrag dazu leisten, dass es nach oben geht.

Und danach? Islacker schaut von Sommer zu Sommer. "Solange der Körper mitmacht, will ich so lange spielen wie möglich." Ob mit Kanone im Schrank oder ohne - die Torjägerin möchte vor allem eines: ihrer Lebensaufgabe ein weiteres Kapitel hinzufügen. Denn von Erfolgen gibt es ja bekanntlich nie genug.