Als Alessio Castro-Montes das Spielfeld in der 64. Minute betrat, hätte sich der Effzeh-Neuzugang wohl nicht vorstellen können, wie turbulent seine ersten Minuten in der Bundesliga ablaufen sollten. Am zweiten Spieltag in Wolfsburg beim Stand von 1:1 lief der 28-jährige Flügelspieler erstmals für seine neuen Farben auf und erlebte eine spektakuläre Schlussphase, in der der Effzeh in der 14. Minute der Nachspielzeit zum 3:3-Endstand ausglich. Die große Umstellung, die der Wechsel vom belgischen Meister Union Saint-Gilliose mit sich bringt, war dem Neu-Kölner verständlicherweise noch anzumerken. Große Akzente setzte Castro-Montes nicht.
Kwasniok nimmt Neuzugang in Schutz
Das bestätigte Effzeh-Trainer Lukas Kwasniok auf der Pressekonferenz vor dem Kölner Auswärtsspiel am Freitagabend gegen Hoffenheim. Die Einwechslung von Castro-Montes sei gar ein Fehler gewesen. "Ich habe ihn mit der Gesamtkonstellation ein bisschen überfrachtet. Er ist gerade erst angekommen. Er hatte zwei Trainingseinheiten mit dem gesamten Kader und hat die Namen teilweise nicht gewusst", erklärt Kwasniok und bescheinigt seinem Neuzugang im gleichen Zug einen Einsatz, den er "nach bestem Wissen und Gewissen" erledigt habe.
Kwasniok nimmt sich viel eher selbst in die Pflicht. Seine Ansprüche an Castro-Montes seien nicht realistisch gewesen. "Ich habe etwas von ihm gefordert, was er in der Form gar nicht hat bringen können", äußert sich der Kölner Trainer selbstkritisch. Das habe dann dazu geführt, dass nach einer nicht ganz optimalen Spielleistung das Training nicht ganz optimal gewesen sei." Infolgedessen nahm Kwasniok den belgischen Offensivspieler bei der Heimniederlage gegen Stuttgart nicht mit in den Kader. "Ich habe gesagt: Schnauf erstmal durch."
Effzeh-Trainer entschuldigt sich
Der Trainer nimmt seinen Neuzugang also in Schutz und lieferte gleich eine Entschuldigung für die Einwechslung in Wolfsburg mit: "Tut mir leid, Monti. Den Schuh muss ich mir anziehen." Dabei spricht sich Kwasniok dafür aus, bei fehlender Leistung nicht immer den Spielern die Schuld zu geben und sie viel eher vor überhöhter Erwartungshaltung zu schützen.
In Zukunft verspricht sich der Trainer von seinem Neuzugang für das Team mehr Flexibilität. "Er gibt uns was Neues. Er ist ein inverser Spielertyp", so Kwasniok über den Mann, der beide Außenbahnen bespielen kann. Ebenfalls Hoffnung macht die Trainingsleistung des Flügelspielers. "Beim ersten Training von ihm haben wir gedacht, wir hätten eine Mischung aus Neymar und Messi verpflichtet. Das war Wahnsinn", erzählt der Trainer launig und erklärt damit in gewisser Weise dessen Einwechslung in Wolfsburg.
Ob Castro-Montes im kommenden Auswärtsspiel gegen Hoffenheim erneut die Chance auf einen Kurzeinsatz bekommt, ließ Kwasniok offen. Es kommt wohl ganz darauf an, wie schnell sich der Neuzugang in Köln eingewöhnen kann.