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Verletzungsmisere überstanden: Bayreuth blickt optimistisch auf die Restrunde

kicker

Der 1:0-Sieg beim SV Viktoria Aschaffenburg hatte etwas von einem Knotenlöser. Als Co-Trainer Edwin Schwarz nach einem Freistoß aus dem Halbfeld das Leder vehement in die Maschen wuchtete, fielen Gesteinsbrocken von Verantwortlichen der SpVgg Bayreuth ab. Der Erfolg war nicht nur ein Lichtblick nach einer Halbserie, die von Beginn an geprägt war von an allen Ecken und Enden fehlender Konstanz. "Das war unheimlich wichtig", sagt auch Geschäftsführerin Nicole Kalemba, die kürzlich vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) erneut in den Ausschuss 3. Liga berufen wurde und in der Wagnerstadt aufgrund des gezeigten Engagements von nahezu allen Seiten mit Lob überhäuft wird.

Auch sie kostete die Vorrunde einige Nerven. Schließlich wurden die Bayreuther von einer massiven Verletzungswelle nahezu überrollt. Die gut einschlagenden Neuzugänge Lukas Quirin (Kreuzbandriss), Ben Fischer (Sehnenabriss) und Torhüter Lino Kasten (Muskelabriss in der Hüfte) fehlten lange Wochen, mit Maurice Dehler (Fraktur des Mittelfußknochens) musste ein weiterer Keeper passen. Und vor allem der Ausfall von Felix Heim (Wadenbeinbruch) fiel bedeutend ins Gewicht. Gegen Ende des Jahres mussten auch noch Thomas Winklbauer (Muskel- und Sehnenverletzung), Alexander Seidel (Teilruptur des Seitenbands im Knie) und Youngster Fabian Dachsbacher (Innenbandabriss) passen.

Die Folge: In keiner einzigen der 20 Partien konnte Trainer Lukas Kling auf die gleiche Startformation zurückgreifen. Der Coach übrigens stand schon vor der Partie in Aschaffenburg außerhalb jeglicher Diskussion. "Wir wissen, was Lukas auch drumherum im Verein macht", lobt Kalemba den 36-Jährigen, "er ist hier nicht nur Trainer, sondern lebt den Verein und die Stadt." Der gebürtige Schwabe fühlt sich pudelwohl in oberfränkischen Gefilden. Und geht es nach der Geschäftsführerin, bleibt das auch noch lange Zeit so. "Persönlich geht es mir um eine langfristige Lösung", sagt sie.

Höherer Stellenwert der eigenen Nachwuchsarbeit

Und stellt gleich noch einen Punkt in den Fokus, der in den vergangenen Jahren immer wieder stiefmütterlich behandelt wurde. "Wir wollen das Nachwuchsleistungszentrum und die erste Mannschaft enger verzahnen. Uns ist die Jugend extrem wichtig." Zuletzt war mit Manndecker Felix Schäffner ein U-19-Kicker bereits fest dabei, durfte einmal sogar starten, mit Konrad Mayer saß der eigentlich in der U 23 kickende U-19-Torwart in Aschaffenburg auf der Bank. Mit Dachsbacher und Maximilian Weimer sind zwei letztjährige Jugendspieler fest im Kader, auch Levi Kraus (mit Wurzeln beim Stadtrivalen FSV Bayreuth) und dem aus der Saas gekommenen Patrick Scheder - am Rande notiert die beiden einzigen Akteure, die alle Spiele bestritten haben - stammen aus dem eigenen Lager.

Dazu kommt: Sowohl im älteren U-19-Jahrgang als auch im jüngeren, der im Vorjahr erfolgreich die U-17-DFB-Nachwuchsliga gehalten hat, stehen einige Talente, die auf Sicht für den erweiterten Kader in der Regionalliga infrage kämen. Der Ansprechpartner für Kling und Kalemba hat sich dahingehend kürzlich geändert: Der parallel den alten Rivalen SpVgg Bayern Hof in der Bayernliga trainierende Henrik Schödel gab nach vielen Jahren den Staffelstab als NLZ-Leiter weiter an den aktuellen U-16-Trainer Christoph Wächter, selbst einige Jahre im SpVgg-Jersey zwischen den Pfosten stehend. Bis die Talente allerdings im Seniorenbereich landen, gilt es, den Klassenerhalt festzuzurren. "Ich bin absolut überzeugt davon, dass wir unsere Punkte holen werden", so Kalemba optimistisch. Fünf Punkte hat die Altstadt derzeit Vorsprung auf die Relegationsplätze.

Was macht sie so zuversichtlich? Die personelle Situation. Ob sich extern etwas tut, wird sich im Laufe des Januars zeigen, sagt sie. Bis auf Quirin stehen in der Frühjahrsrunde grundsätzlich alle verletzten Akteure wieder zur Verfügung. "Und das positive Gefühl nach dem Sieg haben wir mit in die Winterpause genommen." Auch wenn es noch ein steiniger Weg wird, verrät Kalemba, dass Überlegungen zur kommenden Saison derzeit zunächst auf interner Ebene stattfinden. "Es wäre unprofessionell, sich mit diesem Thema nicht zu befassen", sagt sie. "Ziel ist es, aufgrund der aktuellen Gesamtkonstellation, dass die SpVgg Bayreuth in der nächsten Spielzeit den Auftaktspieltag in der Regionalliga Bayern bestreiten wird."