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Vom Torjäger zum Taktgeber: Frahn tüftelt, Babelsberg wackelt

kicker

Daniel Frahn blickt mit gemischten Gefühlen auf die aktuelle Tabelle der Regionalliga Nordost. Der Co-Trainer des SV Babelsberg 03, dessen Team mit 14 Punkten aus elf Spielen Rang 10 belegt, hätte seine Mannschaft gerne weiter oben im Tableau gesehen.

"Wir müssen es schaffen, die guten Spiele in Punkte umzumünzen. Dann sind wir auch im gesicherten Mittelfeld dabei und können einen einstelligen Tabellenplatz erreichen", sagt Frahn - und fügt an: "So wie es aktuell ist, können wir nicht zufrieden sein."

Drei Spiele sieglos

Den Sprung in die obere Tabellenhälfte verpasste der SVB am vergangenen Wochenende mit einem 3:3 gegen Hertha 03 Zehlendorf. Insbesondere in Durchgang eins zeigte der SVB eine uninspirierte Leistung und blieb so zum dritten Mal in Folge, nach den Niederlagen gegen Altglienicke (1:2) und Lok Leipzig (0:1), sieglos.

Seit Sommer arbeitet Frahn an der Seitenlinie, hat die Kapitänsbinde gegen die Taktiktafel eingetauscht. Der 38-Jährige, der gegen Zehlendorf erstmals hauptverantwortlich coachte, weil Cheftrainer Ronny Ermel nach seiner Roten Karte gegen Leipzig gesperrt war, verantwortet beim SVB vor allem die Offensivarbeit. Damit arbeitet er auch an seiner eigenen sportlichen Nachfolge - schließlich war Frahn in der Vorsaison mit 16 Treffern bester Babelsberger Torjäger.

Extraschichten und Ideen zeigen Wirkung

Diese Rolle füllt derzeit Sommerneuzugang Luis Müller eindrucksvoll aus. Sechs Tore hat der 24-Jährige bereits erzielt - hält er diesen Schnitt, könnte er Frahns Marke sogar übertreffen. "Ich trainiere mit den Jungs viele Abläufe und wir machen auch viele Extraschichten nach dem Training", verrät Frahn, der sich freut, dass er viele seiner Ideen einbringen kann.

Ein Beispiel dafür lieferte das 2:2 gegen Zehlendorf von Maurice Covic: "Wir haben letzte Woche trainiert, die Bälle mit dem ersten Kontakt von der Seite hereinzuspielen und scharfzumachen. Diesen Ball, den Jannis Lang dann auch gespielt hat, habe ich als Stürmer auch gemocht. Dass es direkt funktioniert hat, ist natürlich schön."

Kein Wunder, dass Ermel der Arbeit des ehemaligen Zweitligastürmers und vierfachen Regionalliga-Torschützenkönigs vertraut. Und auch Frahn ist voll des Lobes über seinen Trainerkollegen: "Ich finde, er macht es sehr gut", sagt er, "er hat einen sehr guten Umgang zwischen Freund und Chef, ist streng, fordert viel ein, ist aber auch jemand, mit dem man über alles reden kann."

„Spielerisch die beste Mannschaft der Liga.“ (Benjamin Duda)

Besonders beeindruckt zeigt sich Frahn von Ermels akribischer Arbeit: "Er hat einen ganz klaren Plan, wie er Fußball spielen lassen will. Das habe ich als Spieler gar nicht so wahrgenommen - vielleicht, weil er damals noch etwas gebremst wurde. Für mich ist er genau der Richtige."

Trotz des kleinen Negativlaufs sieht Frahn die Entwicklung der Mannschaft positiv. "Die Jungs nehmen das Spielsystem und die Prinzipien immer besser an", sagt er. Tatsächlich erntete Babelsberg schon früh in der Saison Anerkennung - selbst von gegnerischen Trainern. So nannte Chemnitz-Coach Benjamin Duda den SVB nach dem knappen 1:0-Erfolg im Karl-Liebknecht-Stadion die "spielerisch beste Mannschaft der Liga". In der Defensive allerdings - 17 Gegentore nach elf Partien - gibt es noch Luft nach oben.