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Warum der FCK in Bielefeld kein "normales" Spiel zeigte

kicker

Der Blick auf den Statistikzettel fasste das Geschehen am Samstagmittag aus FCK-Sicht eigentlich ziemlich gut zusammen: Vier Schüsse in 90 Minuten waren dort hinterlegt bei 28 Prozent Ballbesitz. Das passte zu dem, was die Fans mit eigenen Augen sahen: Beton anrühren lautete beim 1. FC Kaiserslautern - zu Gast in Bielefeld (0:0) - das Motto. Nach vorne ging dafür nichts, wie auch ein kumulierter xGoals-Wert von 0,11 belegt.

Für die Roten Teufel stellte diese magere Offensiv-Ausbeute den schlechtesten Wert in der bisherigen Saison dar - inkludiert man alle Zweitligisten, handelt es sich sogar um den zweitschlechtesten Wert insgesamt. Nur Karlsruhe strahlte in einer Partie noch weniger Torgefahr aus (0,10 xGoals), kurioserweise ebenfalls an diesem 16. Spieltag beim 0:4 gegen Paderborn.

Auch in den vergangenen beiden Spielzeiten gab es jeweils nur eine Partie, in der eine Mannschaft einen niedrigeren xGoals-Wert vorzuweisen hatte als der FCK am Samstag: Schalke am 23. Spieltag 2024/25 beim 0:2 in Darmstadt (0,09) und Braunschweig am 12. Spieltag 2023/24 beim 0:2 im Niedersachsen-Derby in Hannover (0,03). Dazu muss erwähnt werden, dass Schalke knapp eine Viertelstunde und die Eintracht gut eine halbe Stunde in Unterzahl agierten. Karlsruhe kassierte am vergangenen Wochenende bereits in der 52. Minute eine Gelb-Rote Karte und spielte am Ende gar nur noch zu neunt.

Acht Gegentore in zwei Auswärtsspielen

Der FCK trat bei der Arminia dagegen über die kompletten 90 Minuten in voller Mannstärke an, lieferte dennoch alles andere als einen Leckerbissen. Und das ganz bewusst. "Für uns war es extrem wichtig, dass wir mal so ein Spiel abgeliefert haben", erklärte Cheftrainer Torsten Lieberknecht im Anschluss.

In den vergangenen beiden Auswärtsspielen hatten die Pfälzer acht Gegentore kassiert, allein sechs im Pokal-Achtelfinale bei Hertha, dazu zwei in der Liga beim damaligen Vorletzten Braunschweig. Generell habe der FCK seit dem 2. Spieltag (1:0 zuhause gegen Schalke) in der Liga nicht mehr zu null gespielt, meinte Lieberknecht, und klammerte dabei den 3:0-Erfolg in Fürth, bei dem man neunundachtzigeinhalb Minuten in Überzahl spielte, aus (xGoals-Wert des Kleeblatts übrigens: 0,24).

Entsprechend war die Prämisse in Bielefeld klar: die Null muss her. Kaiserslautern agierte in einem defensiven 5-4-1, ließ die Arminia das Spiel machen und nahm so die zuvor analysierten Stärken des Gegners weg. "Wenn du Bielefeld ein freies, großes Feld anbietest mit ihren vielen schnellen Spielern in der Spitze, dann gehst du oftmals vom Verlierer vom Feld", meinte Lieberknecht.

"Normales" Spiel des FCK in Bielefeld gefährlich?

Also zeigte der FCK eine "komplett andere Facette" als sonst, auch wenn Lieberknecht zugab: "Keine schöne, aber eine, die wichtig ist, wenn du mal einen Punkt ergattern möchtest." Auch die Bielefelder waren "ein Stück weit überrascht" von der Herangehensweise des FCK, wie Tim Handwerker bei Sky zugab. Wirkliche Hochkaräter konnten sie sich gegen das Bollwerk der Gäste nicht herausspielen (xGoals: 0,85), die besten Chancen kamen durch Distanzschüsse wie Stefano Russos Lattenknaller.

„Wir wollten keinen Schönheitspreis, wir wollten heute einfach nur punkten.“ (FCK-Trainer Torsten Lieberknecht)

Überrascht dürfte auch der ein oder andere FCK-Fan gewesen sein, trat die Mannschaft doch nicht unbedingt wie ein Team auf, das im Aufstiegskampf mitmischen will. Vor dem Saisonstart hatte sich Kaiserslautern die Top 6 als Ziel gesetzt, genau auf diesem 6. Platz steht der FCK auch nach 16 Spieltagen. Lieberknecht aber verteidigte seine Taktik in Bielefeld: "Wir wollten keinen Schönheitspreis, wir wollten heute einfach nur punkten."

Und weiter: "Wenn wir hier in unser normales Spiel gehen, das wir eigentlich oftmals gezeigt und präferiert haben, dann wird es gegen Bielefeld extrem ungemütlich." Entsprechend sei er "top-zufrieden" mit der Defensiv-Leistung und dem Punkt.

Der "andere Ansatz" zahlt sich aus

Zum Jahresabschluss vor eigenem Publikum gegen Magdeburg am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) werden die Roten Teufel aber wieder ein anderes Gesicht zeigen wollen. "Wir wollen zuhause jedes Spiel gewinnen, das ist klar", betonte Keeper Julian Krahl, aber auf fremdem Platz seien eben auch mal andere Tugenden gefragt. "Auswärts haben wir uns zuletzt sehr schwergetan und unsere Fans oft enttäuscht. Heute war es mal ein anderer Ansatz."

Der sich zumindest mit einem Punkt auszahlte - und für den man sich auch nicht rechtfertigen brauche, meinte selbst der Gegner. "Für die Art und Weise braucht man sich gar nicht zu entschuldigen", sagte Mitch Kniat auf der Pressekonferenz nach Lieberknechts Ausführungen. "Es gibt kein schön und nicht-schön. Es gibt nur erfolgreich und nicht-erfolgreich."