Kylian Mbappé hat bereits erklärt, wo er diesen Montagabend verbringen wird: vor dem Fernseher. Der Torjäger ist zwar für den Ballon d'Or 2025 nominiert und könnte bei der Gelegenheit mal wieder in seine alte Heimat Paris reisen, wo ihn Fotografen und Medienvertreter sicher gerne auf dem roten Teppich gesehen hätten, der am Abend vor dem Théâtre du Châtelet ausgerollt wird. Doch Mbappé spielt eben inzwischen für Real Madrid.
Und die Königlichen, so viel ist sicher, werden der Gala wie schon im Vorjahr fernbleiben. Damals war eine Delegation bereits aufbruchbereit, als die Klubführung - dem Vernehmen nach Präsident Florentino Perez persönlich - kurzerhand einen Boykott anordnete: Sie hatte erfahren, dass nicht Vinicius Junior, sondern Rodri von Manchester City den Ballon d'Or gewinnen würde.
Angeblich waren bei Klub und Sponsoren die Vorbereitungen für Vinicius Juniors erwarteten Triumph schon weit fortgeschritten. Auch Carlo Ancelotti, der als Trainer des Jahres ausgezeichnet wurde, musste sich beugen und konnte seine Trophäe nicht entgegennehmen. Erst vor einer Woche und damit rund ein Jahr später zeigte sich der Italiener mit dieser bei Instagram. "Sehr glücklich, den Ballon d'Or 2024 erhalten zu haben. Danke an alle, die das möglich gemacht haben", schrieb er dazu. Real-Trainer ist er bereits seit Mai nicht mehr.
Ein Treffen in Madrid brachte offenbar keinen Erfolg
Diesmal scheinen die Königlichen den Ballon d'Or einfach ganz zu ignorieren, obwohl mit Vinicius Junior, Mbappé und Jude Bellingham wieder drei Real-Profis nominiert sind. Davon erfährt man auf der Real-Website bis heute nichts. Laut Marca reisten in diesem Jahr sogar Vertreter von France Football, das den Ballon d'Or traditionell vergibt, nach Madrid, um die Gemüter zu besänftigen - vergeblich. Dass seit dem Vorjahr die UEFA als Organisatorin mit im Boot sitzt, mit der Perez und Real wegen der Super-League-Pläne seit Jahren im Clinch liegen, hat die Fronten zusätzlich verhärtet.
Real, so heißt es auch in spanischen Medien übereinstimmend, ist ob der Ereignisse im Vorjahr immer noch verstimmt. Zwar steht am Dienstagabend (21.30 Uhr, LIVE! bei kicker) in La Liga bereits das nächste Pflichtspiel bevor. Dass der Klub, der schon so viele Ballon-d'Or-Gewinner in seinen Reihen hatte, aus terminlichen Gründen in Paris fehlt, ist jedoch unwahrscheinlich.
Davon hatte auch Mbappé nicht gesprochen, als er seinen TV-Abend ankündigte. Im Wissen, selbst diesmal höchstens eine Podiumschance zu haben, drückt der Gewinner des "Goldenen Schuhs" als bester Torschütze der europäischen Ligen übrigens dem Favoriten die Daumen: seinem "Freund" Ousmane Dembelé, dessen größter Herausforderer Lamine Yamal ist. Dieser folgt mit einer Delegation des FC Barcelona erneut der Einladung aus Paris. "Dort zu sein bedeutet, Respekt zu zeigen", hatte der selbst nominierte Barca-Trainer Hansi Flick vor dem 3:0-Sieg gegen Getafe erklärt, danach aber betont, dass dies nicht als Spitze gegen Real gemeint gewesen war.