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Weiter Warten auf Magath: Nicht nur sportlich herrscht Unruhe in Aschaffenburg

kicker

Freude über den Punktgewinn gegen den VfB Eichstätt mochte im Lager der Viktoria nicht aufkommen. Dafür sorgte die einmal mehr schwache Defensivleistung für zu viele Fragezeichen. Alle drei Treffer fielen nach einem Muster, das schon in den vergangenen Spielen verlässlich zu Gegentoren geführt hatte: Ein langer Ball in den Strafraum, häufig auch nach Standardsituationen, stürzt die Abwehr in eine totale Verwirrung. Dann stimmen weder die Strafraumorganisation, noch die Zuordnung, noch die Zweikampfführung.

"Das haben wir katastrophal verteidigt", ärgerte sich Kapitän Benjamin Baier, und der nach einer Verletzungspause zurückgekehrte Innenverteidiger Niklas Borger monierte "zu einfache Fehler. Wir müssen klarer spielen." Trainer Aytac Sulu zeigte sich bereits vor der Partie deutlich genervt von der Abwehrleistung. Das hat sich nach dem Eichstätt-Spiel nicht geändert: "Wir haben so eine sorglose Standardverteidigung - das war gar nix."

Hoffnungsträger El Idrissi

Nach dem taumelnden Start in die Saison mit sechs Niederlagen aus den ersten acht Spielen hat Sulu die Mannschaft stabilisiert. In den darauffolgenden Spielen gab es nur noch zwei Pleiten. Allerdings kann sich die Viktoria nicht aus dem Abstiegskampf verabschieden.

Der Blick auf das Torverhältnis macht die Probleme deutlich. Der Angriff schafft im Durchschnitt nur einen Treffer pro Spiel, die Abwehr kassiert aber zwei Gegentore. Die Hoffnungen ruhen jetzt auf Othmane El Idrissi (19). Der Angreifer, der spät vom SV Darmstadt 98 II an den Schönbusch wechselte, flog gleich in seinem ersten Einsatz vom Platz und wurde für fünf Spiele gesperrt. In seinen ersten Spielen danach deutete er sein großes Potenzial an. Vor allem mit seiner Schnelligkeit über die Außenbahnen inszeniert er immer wieder gefährliche Angriffe. Wie schon in der letzten Saison fehlt aber ein treffsicherer Mittelstürmer. Georgios Makridis konnte sich bisher noch nicht beweisen.

Komplette Neuausrichtung

Erschwert wird die sportliche Situation durch die Unruhe im Verein. Bei der auf den 5. November terminierten Hauptversammlung soll eine komplette Neuausrichtung der Viktoria beschlossen werden. Matthias Hartmann (57), der seit wenigen Wochen bereits kommissarisch als Vorstandsvorsitzender fungiert, will die Ausgliederung des Spielbetriebs in eine GmbH.

"Wir stehen mit dem Rücken zur Wand - sportlich und finanziell", sieht der Unternehmer die Situation der Aschaffenburger. Dem Vereinsbetrieb will er die Struktur einer Firma verordnen. Das bedeutet auch eine völlig andere Führung. Hartmann setzt auf einen kleinen Vorstand aus ihm selbst, Felix Magath (Sport, stellvertretender Vorstandsvorsitzender) und Marco Fecher (Finanzen).

Vom jetzigen Vorstand hat Jürgen Rösch bereits seinen Abschied angekündigt. Für Ludwig und Marion Münz ist im Hartmann-Konzept kein Platz in diesem Gremium mehr vorgesehen. Sie sollen, zusammen mit etlichen weiteren Personen, auf einer Ebene darunter tätig sein. Dazu haben sie sich bisher noch nicht geäußert.

Volle sportliche Kompetenz bei Magath

Überregionale Aufmerksamkeit hat vor allem die vor fast drei Monaten erfolgte Nominierung von Felix Magath als Sportvorstand gebracht. "Er bekommt die volle sportliche Kompetenz", verspricht Hartmann. Für Unverständnis sorgt im Umfeld, vor allem auch bei den Spielern, dass sich Magath der Mannschaft noch nicht vorgestellt, bisher nur zwei Auswärtsspiele gesehen und noch keine inhaltlichen Aussagen getroffen hat. Der gebürtige Aschaffenburg lässt aber verlauten, er werde sich erst dann äußern, wenn er von den Mitgliedern gewählt ist.